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Ernst Lohoff bezeichnet die Sphärentrennung als „zerlegte Existenz“, d.h.die warenprodu- zierende Arbeit kann nur als ausdifferenzierte Sphäre in Abgrenzung zu entgegengesetzten Formen menschlicher Praxis (wie Freizeit) existieren. Arbeit hat sich dabei als eine eigene, aus den übrigen sozialen Zusammen- hängen heraus abstraktifizierbare Sphäre ge- bildet, indem sie auf den betriebswirt- schaftlich-zweckrationalen Kern reduzierte Tätigkeit darstellt. Roswitha Scholz betont dabei die geschlechtshierarchische Ausdifferenzierung der Sphären. Denn der Aufstieg des männlichen Prinzips (als kulturell-historisch gewordenes) der abstrakten Arbeit als „tautologischer Selbstzweck“ bringt die Verhäuslichung und Unterdrückung der Frau mit sich. Was also in der abstrakten Wertform an sinnlichen Inhalten nicht aufgeht, aber trotzdem Voraussetzung für die Reproduktion ist, wird an die Frau delegiert. Mit dem Wertverhältnis als Basis kommt es im
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Laufe der Geschichte zur Ausbildung der privaten und der öffentlichen Sphäre. Die private Sphäre in Form von Sexualität und Familie wird der Frau zugesprochen, während die öffentliche, männliche Sphäre die Bereiche abstrakte Arbeit, Staat, Politik, Wissenschaft und Kunst umfasst. Das Weibliche bildet jedoch die Bedingung der Möglichkeit des männlichen Prinzips der abstrakten Arbeit, denn die private Sphäre stellt das soziale Ruhekissen des in der öffentlichen Sphäre agierenden Mannes dar. Daraus ergibt sich, dass die Erhaltung der Arbeit eine Aufrechterhaltung der Sphärentrennung beinhalten würde. Roswitha Scholz wird hierbei auch Kritik an den feministischen Theorien üben, denn weibliche Tätigkeiten als Beweis ihres moralischen und ökonomischen Wertes auch noch in Arbeit zu verwandeln, würde die Wurzel allen Übels – nämlich die Arbeit – verkennen.
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