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Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

18.10.2017 - 18.10.2017
Info-Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Meuterei
Zollschuppenstraße 1
Versicherheitlichung der Migrationsabwehr

Die Versicherheitlichung legitimiert – unterstützt durch rechtspopulistischen Angstkampagnen – jenen
Ausnahmezustand, der an den Außengrenzen der EU längst Alltag ist. Die
militärisch-politisch-technologischen Maßnahmen setzen jedoch nicht bei
den Ursachen an, sondern bekämpfen die hieraus vermeintlich erwachsenden
Folgen: Flüchtlinge und Migrationsbewegungen, deren Erfassung Grundlage
einer staatlich alimentierten Techno-Industrie geworden ist, die
permanent rechtsfreie Räume reproduziert. Entsprechende Unternehmen und
Programme sollen beispielhaft im Mittelpunkt des Vortrags stehen, um
„Versicherheitlichung“, ihre Protagonisten und Profiteure in der Praxis
zu veranschaulichen.

Veranstaltung mit Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung
Prisma

19.10.2017 - 19.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Christian Schmidt: Zur Ideengeschichte des Kommunismus
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Revolution und Erlösung.
Dass die Theologie dem Historischen Materialismus auf zwar verborgene, aber doch entscheidende Weise zu Diensten sein soll, war nicht nur die leitende Idee von Benjamins Thesen über den Begriff der Geschichte. Der Verdacht, ein theologischer Rahmen präge die linken Revolutionsprojekte, wurde auch benutzt, um sie als krypto-religiöse Projekte mit Zielen, die nicht von dieser Welt sind, zu diffamieren. Und tatsächlich kennzeichnet die post-sowjetische Gefühlswelt, wie sich den von Swetlana Alexijewitsch aufgezeichneten Protokollen entnehmen lässt, die Erfahrung eines Verlusts höheren Ziels – von etwas, das größer ist als die sprichwörtlichen Bananen. Der Vortrag soll zeigen, wie zweifelsohne Hegels Geschichtsphilosophie theologische Konzepte an die Russische Revolution vererbt hat, die heute zu solchen Verlusterfahrungen führen. Aber entgegen einer verbreiteten Diagnose bezieht sich dieses Erbe auf das politische Wissen, das in der theologischen Tradition vorhanden ist, und nicht auf eine übersinnliche Kenntnis vom vorgezeichneten Lauf der Geschichte. Hegel und die Marxisten wussten ziemlich gut, dass ein historisches Projekt wie die Revolution ein Ziel voraussetzt, das in der gegenwärtigen Welt schon vorhanden ist, deren Wirklichkeit aber auf tiefgreifende Weise umgestalten soll. Ideen wie Freiheit und Gerechtigkeit beschwören das Bild einer anderen Welt herauf, die von Unterdrückung und Ausbeutung befreit ist. Wie die religiösen Bewegungen vor ihnen mussten daher auch die Revolutionärinnen und Revolutionäre eine Gemeinschaft begründen, die sich ganz ihrem historischen Ziel verschrieb, um die Vision der Erlösung von den ausgemachten Übeln zu erreichen. Die kommunistische Partei war der Versuch eine kämpfende Organisation zu schaffen, die einen solchen universalistischen Anspruch verwirklichen sollte. Sie krankte aber an all den Problemen – wie Dogmatismus und Fanatismus – die militanten religiösen Bewegungen bereits bekannt waren. Der Grundgedanke des Vortrags ist es daher, die Politische Theologie nicht als allzu leichtes Argument gegen die Idee des Kommunismus in Stellung zu bringen, sondern sie als reichhaltige Quelle einer komplexen Analyse der Probleme kommunistischer Politik und ihrer Organisationsformen zu verstehen.
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


19.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Str. 12a
GlobaLE Kino: Shadow War in the Sahara

Film und Diskussion: "Shadow War in the Sahara", Frankreich / 2014 / 52 min / Bob Coen und Eric Nadler / original mit UT (oder evtl. dt. Version) Anschließend Diskussion u.a. mit Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung.

"Schattenkrieg in der Sahara" erforscht die wahren Hintergründe des Mali-Konflikts und legt dar, welche Interessen sich hinter der Destabilisierung einer ganzen Region verbergen. Wird die Sahara im 21. Jahrhundert zum Schlachtfeld eines drohenden Krieges um Ressourcen? Der Film analysiert die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien in diesem Konflikt um Erdöl, Erdgas, seltene Erden und unter dem Wüstensand verborgene Wasserreservoirs.

Die Spurensuche führt vom Einsatzgebiet der französischen Armee in die Salons der Londoner Bankiers, von den Flüchtlingslagern in Burkina Faso bis ins Pentagon. In der Sahara, von Libyen bis Mali, haben längst neue Kriege um wertvolle Ressourcen begonnen.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

20.10.2017
Info-Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, HS 8
Universitätsstraße 1
GlobaLE Kino: "Das grüne Gold"

Film und Diskussion: "Das grüne Gold", Schweden, Finnland, BRD / 2016 / 80 min / Regie: Joakim Demmer, original mit dt. UT. Im Anschluss Diskussion mit Aktivist/innen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an den Leipziger Hochschulen statt.

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffenen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat noch eine Schattenseite – die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale der Gewalt. Dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht.
Der Dokumentarfilm entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns zurückführt.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

22.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Neues Schauspiel
Lützner Straße 29, 04177 Leipzig
Realität und Selbstbild der rechtsradikalen Identitären Bewegung

Zu den geladenen Gästen der am 25. November stattfindenden Compact-Konferenz zu “Opposition und Widerstand” gehört auch Martin Sellner, einer der führenden Personen der Identitären Bewegung. Diese ist binnen weniger Jahre zu einem bedeutsamen rechten Akteur geworden, in Österreich noch mehr als in Deutschland. Darum haben wir uns einen Experten aus Österreich besorgt, der mit uns über die Identitäre Bewegung und ihre Vernetzung, ihre Bedeutung und Gefahren, aber auch mögliche Gegenstrategien sprechen wird.

Eine Veranstaltung im Rahmen einer Kampagne des Bündnis "No Compact" gegen die Compact Konferenz am 25.11. in Leipzig.
Antifa Klein-Paris

antifakleinparis.
noblogs.org/


24.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Straße 12 a, 04277 Leipzig
Lohnarbeit 2.0 - Solidarische Alltagspraxen

Langfristig politisch aktiv zu sein braucht Zeit, Ressourcen und einen Alltag, in dem dies auch möglich ist. Stressige Lohnarbeit, das nervende Jobcenter oder steigende Mieten machen politisches Engagement meist sehr schwierig. In unserer ersten Veranstaltung im März haben wir uns mit den Widersprüchen und Freiheiten politischer Lohnarbeit in Kulturzentrum, Partei, linker Monatszeitung und NGO beschäftigt. In dieser Veranstaltung möchten wir das Thema Lohnarbeit noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Wir möchten darüber reden, was wir tun können, um uns gemeinsam in unserem Alltag zu unterstützen und so kollektiv dem zermürbenden kapitalistischen Alltag entgegenzutreten. Dafür wollen wir uns auf die Suche nach solidarischen Alltagspraxen in Leipzig begeben. Welche gibt es schon? Wie sind die Erfahrungen mit kollektiven Ökonomien, Betriebskollektiven oder Erwerbsloseninnitiativen? Dabei wollen wir Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam fragen, inwiefern kollektive Alltagssolidarität einen wichtigen Grundstein für nachhaltiges und langfristiges politisches Engagement darstellt.

Über die Reihe:

Der Beginn eines Lohnarbeitsverhältnisses oder der Sorgetätigkeit für Kinder scheint das natürliche Ende des eigenen Engagements in linken Zusammenhängen zu sein. Zeitmangel, Stress und fehlende Rücksicht auf diese Lebenssituationen machen es vielen politisch Engagierten sehr schwierig weiter aktiv zu sein. Resultat ist die Wahrnehmung der Linken als einer Jugendbewegung. Dies liegt auch daran, dass politische Organisierung häufig mit Vollzeitaktivismus gleichgesetzt wird, der aber unglaublich zeitaufwendig und so auch mit wenig Anderem vereinbar ist. Die Linke wird nicht nur als Jugendbewegung wahrgenommen, sie scheint auch eine solche zu sein, wenn sie thematisch und organisatorisch nicht auf Menschen eingeht, die Studium und Ausbildung abgeschlossen haben.

In drei Veranstaltungen haben wir uns zu den Themen politische Lohnarbeit, Kinder und Familie sowie Arbeitsdruck in linken Zusammenhängen ausgetauscht. Dort haben wir ansatzweise geschafft, was wir vorhatten: einen Ort zu schaffen, an dem wir linken Lebenswegen lauschen und herausfinden, warum es manchen gelingt dabei zu bleiben, woran das liegt, wie dieses Dabeibleiben aussieht und warum andere aus linken Zusammenhängen rausfallen bzw. sie verlassen. Durch viel Rückmeldung und Kritik haben sich neue Ansatzpunkte und Perspektiven ergeben. Diese möchten wir aufnehmen und in unsere kommenden Veranstaltungen einfließen lassen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere spannende Themen, mit denen wir uns noch nicht in diesem Format beschäftigt haben. Zwei davon wollen wir diesen Herbst gemeinsam besprechen: solidarische Alltagspraxen und die Spezifik der Leipziger Linken mit der Wende als Zäsur zum Dabeibleiben oder zum Aufhören.

Wir wollen Erfahrungen austauschen und genau darüber reden, was scheinbar selten Teil öffentlicher (Plenums-) Diskussionen ist. Dabei ist uns gerade der Austausch von unterschiedlichen „Bewegungsgenerationen“ ein Anliegen. Denn wenn sich Menschen aus linken Zusammenhängen zurückziehen, dann gehen nicht nur die Erfahrungen mit sich verändernden Lebensrealitäten verloren, sondern auch viel Bewegungswissen. Dabei soll es natürlich nicht beim Erfahrungsaustausch bleiben. Wir wollen geimsam überlegen, was wir in Leipzig brauchen, damit linke Zusammenhängen offen für unterschiedliche Lebenssituationen sind.

Wenn ihr eine Kinderbetreuung braucht, schreibt uns doch vorher eine Mail, dann stellen wir eine zur Verfügung!
Leipziger Salon gegen den Ausstieg

dabeibleiben.
noblogs.org/


dabeigeblieben(at)
riseup.net

24.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pre-Crime
m. Diskussion

Im Anschluss Gespräch mit dem Bündnis Privatsphäre Leipzig e. V.

BRD 2017, OmdtU, Dok, 88 min, Regie: Matthias Heeder, Monika Hielscher

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln

In ihrem hervorragend recherchiertem Dokumentarfilm gehen Monika Hielscher und Matthias Heede den gängigen Analysesoftwares zur Verbrechensprävention auf den Grund.

Eine Software, die vorhersagt, wo und wann ein Verbrecher zuschlägt. Was nach Science Fiction klingt, ist längst ein gängiges Mittel der
Verbrechensprävention. Ob wir gefährlich sind oder nicht, wird schon heute von Polizeicomputern entschieden. Predictive Policing nennt sich die Methode und dieses Zukunftsversprechen ist nicht nur ein positives. Big Data dient dabei als Quelle, die wir selbst kontinuierlich mit persönlichen Informationen befüllen. Der investigative Dokumentarfilm wagt einen Blick hinter die Kulissen der Analysesoftwares. PRE-CRIME reist nach Chicago, London, Paris, Berlin, München und anderen Orten, um prädiktive Polizei-Techniken vorzustellen und ihre Chancen und Gefahren zu untersuchen. Polizeiermittler*innen, Datenanalyst*innen und Betroffene der Precrime-Überwachung kommen zu Wort, um die zentralen Fragen zu stellen: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und könnnen wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen?


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


25.10.2017 - 25.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Marcel Bois: Zeitgenössische Rezeption und weltweite Auswirkung der Oktoberrevolution
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Der Erste Weltkrieg war ein globaler Krieg – und auch die Revolte gegen ihn und seine Auswirkungen fanden im Weltmaßstab statt. In den Jahren 1917 bis 1921 gingen Millionen zwischen Moskau und Tokio, zwischen Barcelona und Buenos Aires auf die Straße, um ihrem Wunsch nach sozialer und politischer Veränderung Ausdruck zu verleihen.
„Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt“, notierte ein besorgter britischer Premierminister David Lloyd George im März 1919. „Die Arbeiter sind nicht nur von einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit ergriffen, sondern von Groll und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen in Frage gestellt.“ Den Beginn dieses Prozesses hatte die Russische Revolution des Jahres 1917 markiert. Sie wurde zur Inspiration für Akteure der Arbeiterbewegung rund um den Globus - und nicht zuletzt auch in Deutschland. Dort sollte sich schließlich auch das Schicksal der jungen Sowjetrepublik entscheiden.
In dem Vortrag sollen die Auswirkungen der Oktoberrevolution auf globaler Ebene umrissen werden. Welche Rolle spielte sie bei der Bildung von Arbeiterorganisationen? Inwiefern stellte die Oktoberrevolution und die Sowjetunion einen Bezugspunkt für die verschiedenen Arbeiterbewegungen in Deutschland und Südamerika, Afrika und den Nahen und Fernen Osten dar?
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


25.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Istanbul United
m. Diskussion

BRD 2014, OmU, Dok, 90 min, Regie: Farid Eslam, Olli Waldhauer

Sprache: Türkisch mit deutschen Untertiteln

Ein Film zu Fussball, Fankultur und Widerstand in der Türkei.

Die Fußballtraditionen der drei großen Clubs aus Istanbul nehmen im Alltag in der Türkei durch ihre machvollen Symbole eine zentrale Stellung ein. Bereits Neugeborene werden mit den entsprechenden Fanartikeln der einen oder anderen Mannschaft ausgestattet, um die Zugehörigkeit zum jeweiligen Club möglichst schon von Geburt an sichtbar zu machen. Die aktiven Fans von Beşiktaş, Galatasaray und Fenerbahçe pflegen dabei eine vitale Fan-Kultur, die nicht nur dazu dient, sich gegen die Fans der anderen Mannschaften abzugrenzen. Sie ist immer auch ein politisches Statement und damit ein Spiegel der jeweiligen politischen Verhältnisse. In einer Zeit, in der die AKP ihre Machtposition zur Instrumentalisierung von Kultur und Medien ausnutzt, ist auch der Fußball ein Ziel ihrer Vereinnahmungsstrategien. ISTANBUL UNITED zeigt, wie sich aber die Fanclubs, die einander extrem verfeindet sind, gemeinsam mit den Aktivist*innen der Gezi-Proteste im Juni 2013 solidarisieren und damit eine eindeutig politische Position gegen die AKP-Regierung beziehen.

Im Anschluss Gespräch mit dem Sportjournalisten Volkan Ağır über Fußball in der Türkei, die großen Club, ihre Fanclubs und ihre ambivalente Rolle zwischen Massenkonsum und Widerstand in unruhigen Zeiten.

Volkan Ağır schreibt für die türkische Online-Zeitung Duvar regelmäßig über Sport. Begonnen hat er 2008 als Sportkorrespondent für die türkische Zeitung Cumhuriyet und ist seitdem dem Thema seitdem treu geblieben. 2011 hat er im Offenen Radiokanal eine Sportsendung moderiert. Seit 2016 lebt er in Köln.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
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18.10.2017

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