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Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

19.10.2017 - 19.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Christian Schmidt: Zur Ideengeschichte des Kommunismus
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Revolution und Erlösung.
Dass die Theologie dem Historischen Materialismus auf zwar verborgene, aber doch entscheidende Weise zu Diensten sein soll, war nicht nur die leitende Idee von Benjamins Thesen über den Begriff der Geschichte. Der Verdacht, ein theologischer Rahmen präge die linken Revolutionsprojekte, wurde auch benutzt, um sie als krypto-religiöse Projekte mit Zielen, die nicht von dieser Welt sind, zu diffamieren. Und tatsächlich kennzeichnet die post-sowjetische Gefühlswelt, wie sich den von Swetlana Alexijewitsch aufgezeichneten Protokollen entnehmen lässt, die Erfahrung eines Verlusts höheren Ziels – von etwas, das größer ist als die sprichwörtlichen Bananen. Der Vortrag soll zeigen, wie zweifelsohne Hegels Geschichtsphilosophie theologische Konzepte an die Russische Revolution vererbt hat, die heute zu solchen Verlusterfahrungen führen. Aber entgegen einer verbreiteten Diagnose bezieht sich dieses Erbe auf das politische Wissen, das in der theologischen Tradition vorhanden ist, und nicht auf eine übersinnliche Kenntnis vom vorgezeichneten Lauf der Geschichte. Hegel und die Marxisten wussten ziemlich gut, dass ein historisches Projekt wie die Revolution ein Ziel voraussetzt, das in der gegenwärtigen Welt schon vorhanden ist, deren Wirklichkeit aber auf tiefgreifende Weise umgestalten soll. Ideen wie Freiheit und Gerechtigkeit beschwören das Bild einer anderen Welt herauf, die von Unterdrückung und Ausbeutung befreit ist. Wie die religiösen Bewegungen vor ihnen mussten daher auch die Revolutionärinnen und Revolutionäre eine Gemeinschaft begründen, die sich ganz ihrem historischen Ziel verschrieb, um die Vision der Erlösung von den ausgemachten Übeln zu erreichen. Die kommunistische Partei war der Versuch eine kämpfende Organisation zu schaffen, die einen solchen universalistischen Anspruch verwirklichen sollte. Sie krankte aber an all den Problemen – wie Dogmatismus und Fanatismus – die militanten religiösen Bewegungen bereits bekannt waren. Der Grundgedanke des Vortrags ist es daher, die Politische Theologie nicht als allzu leichtes Argument gegen die Idee des Kommunismus in Stellung zu bringen, sondern sie als reichhaltige Quelle einer komplexen Analyse der Probleme kommunistischer Politik und ihrer Organisationsformen zu verstehen.
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


19.10.2017
Info-Veranstaltung


19:30 Uhr

Halle/Saale
tba.
Die identitäre Bewegung in Halle – eine faschistische Theater AG

Sie gerieren sich als Helden und Opfer gleichzeitig. Die Kreuze können kaum breiter werden, wenn sie in Mobi-Videos dazu aufrufen, Berlin oder sogar Europa zu verteidigen. Der hochprofessionellen Inszenierung ihres Widerstandes steht zum Glück nur eines entgegen: die Realität. Der Vortrag soll aufzeigen, inwiefern die identitäre Bewegung in Halle (namentlich bekannt unter dem Label „Kontrakultur“) nichts weiter macht, als eine mediale Blase nach der anderen zu generieren. Die Lobhudeleien in den eigenen Filterblasen können jedoch die Erfahrungen in der Realität nicht aufwiegen, weshalb die nächste Illusion schon in Wartestellung lauert, bevor die eine sich noch gar nicht aufgelöst hat. Der Vortrag soll die Identitäre Bewegung in Halle „entzaubern“ – speziell für die, die sich gerade neu in Halle einfinden.
https://kickthemout.
noblogs.org/


19.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Str. 12a
GlobaLE Kino: Shadow War in the Sahara

Film und Diskussion: "Shadow War in the Sahara", Frankreich / 2014 / 52 min / Bob Coen und Eric Nadler / original mit UT (oder evtl. dt. Version) Anschließend Diskussion u.a. mit Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung.

"Schattenkrieg in der Sahara" erforscht die wahren Hintergründe des Mali-Konflikts und legt dar, welche Interessen sich hinter der Destabilisierung einer ganzen Region verbergen. Wird die Sahara im 21. Jahrhundert zum Schlachtfeld eines drohenden Krieges um Ressourcen? Der Film analysiert die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien in diesem Konflikt um Erdöl, Erdgas, seltene Erden und unter dem Wüstensand verborgene Wasserreservoirs.

Die Spurensuche führt vom Einsatzgebiet der französischen Armee in die Salons der Londoner Bankiers, von den Flüchtlingslagern in Burkina Faso bis ins Pentagon. In der Sahara, von Libyen bis Mali, haben längst neue Kriege um wertvolle Ressourcen begonnen.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

20.10.2017
Info-Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, HS 8
Universitätsstraße 1
GlobaLE Kino: "Das grüne Gold"

Film und Diskussion: "Das grüne Gold", Schweden, Finnland, BRD / 2016 / 80 min / Regie: Joakim Demmer, original mit dt. UT. Im Anschluss Diskussion mit Aktivist/innen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an den Leipziger Hochschulen statt.

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffenen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat noch eine Schattenseite – die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale der Gewalt. Dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht.
Der Dokumentarfilm entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns zurückführt.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

22.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Neues Schauspiel
Lützner Straße 29, 04177 Leipzig
Realität und Selbstbild der rechtsradikalen Identitären Bewegung

Zu den geladenen Gästen der am 25. November stattfindenden Compact-Konferenz zu “Opposition und Widerstand” gehört auch Martin Sellner, einer der führenden Personen der Identitären Bewegung. Diese ist binnen weniger Jahre zu einem bedeutsamen rechten Akteur geworden, in Österreich noch mehr als in Deutschland. Darum haben wir uns einen Experten aus Österreich besorgt, der mit uns über die Identitäre Bewegung und ihre Vernetzung, ihre Bedeutung und Gefahren, aber auch mögliche Gegenstrategien sprechen wird.

Eine Veranstaltung im Rahmen einer Kampagne des Bündnis "No Compact" gegen die Compact Konferenz am 25.11. in Leipzig.
Antifa Klein-Paris

antifakleinparis.
noblogs.org/


23.10.2017
Info-Veranstaltung


18:00 Uhr

Halle/Saale
Location tba.
Die Revolte der Angepassten?
Die Identitären im Spannungsfeld von Subkultur und Bewegungsanspruch

„Seit ich ihn zum ersten Mal gehört habe, mag ich den Begriff der Subkultur nicht“. So leitet Martin Sellner, federführender Aktivist der deutschsprachigen „Identitären“ sein Nachwort zum Buch „Kontra Kultur“ des Kameraden Mario Müller aus Halle ein. Ein Satz der relativ deplatziert wirkt, schilderte doch Müller in den über 300 Seiten zuvor quasi von der Wahl der Schuhe, über die Musik, bis hin zum passenden Haarschnitt alles um als „wirklicher Identitärer“ ernst genommen zu werden. Umso größer, älter und gefestigter die „Identitären“ innerhalb des Feldes der außerparlamentarischen extremen Rechten werden, desto mehr zeigen sich innerhalb der verschiedenen Organisationen, Untergruppierungen und Führungspersönlichkeiten Spannungsverhältnisse und Risse in der trauten Eintracht völkischer Gemeinschaft. Eine der wichtigsten Spannungslinien, die anhand der Trennung zwischen eher subkultureller Vergemeinschaftung und Aktivismus und anderseits dem Versuch als wirklich umfassende „Bewegung“ in Aktion zu treten, versucht dieser Vortrag anhand vieler verschiedener aktueller Beispiele herauszuarbeiten. Zugleich informiert der Vortrag über aktuelle Entwicklungen der „Identitären“ im deutschsprachigen Raum und nimmt ebenso eine Einordnung vergangener und aktueller Projekte der NeofaschistInnen vor.
vonnichtsgewusst.
blogsport.eu


https://kickthemout.
noblogs.org


23.10.2017
Kundgebung


18:00 Uhr

Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße / Schletterstraße
Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!
Rassismus tötet! — In Gedenken an Achmed B.

Der aus Syrien kommende Asylsuchende Achmed B., 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die Täter stundenlang faschistische und rassistische Parolen grölend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gemüsegeschäft in der Leipziger Südvorstadt. Zunächst beschimpfen sie die Verkäuferinnen als „Türkenfotzen“ und „Türkenschlampen“ und drängen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Geschäft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.

Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter_innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube: „ein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet“ und Leipzigs „Ausländerbeauftragter“ Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: „Es hätte auch irgendeinen Deutschen treffen können“. Z. und E. werden wegen „Mordes aus niedrigen Beweggründen“ angeklagt. Etwa ein Jahr später fällen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z.wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mittäter Norman E. erhält wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es „keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund“, stattdessen handle es sich um eine „spontane Tat“.

Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
"Rassismus tötet!" -Leipzig

rassismus-toetet-
leipzig.org/index.
php/aktiv-gedenken-
statt-schweigend-
vergessen-rassismus-
toetet-in-gedenken-
an-achmed-b-
und-kamal-k/


24.10.2017
regionale Demonstration


17:00 Uhr

Leipzig
C. W. Müller Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof
Aktiv Gedenken statt schweigend vergessen - In Gedenken an Kamal K.

Kundgebung mit anschließender Demonstration!

24. Oktober 2010: zwei Neonazis ermorden Kamal
Am Dienstag dem 24. Oktober 2017 jährt sich der Mord an Kamal K. zum siebten Mal. Er wurde von den verurteilen Neonazis Daniel K. und Marcus E. im C.-W.-Müller-Park gegenüber des Hauptbahnhofes angegriffen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.
In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem 188 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. und Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
„Rassismus tötet!“ - Leipzig

http://www.rassismus-toetet-leipzig.org/
24.10.2017
regionale Demonstration


17:00 Uhr

Leipzig
Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof
Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen! – Rassismus tötet!
In Gedenken an Kamal K.

Die Demonstration am 24.10. führt zur „Leipziger Rede“ vom Initiativkreis Antirassismus. Die Kundgebung und Demonstration findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!” statt.

24. Oktober 2010: zwei Neonazis ermorden Kamal

Am Dienstag dem 24. Oktober 2017 jährt sich der Mord an Kamal K. zum siebten Mal. Er wurde von den verurteilen Neonazis Daniel K. und Marcus E. im C.-W.-Müller-Park gegenüber des Hauptbahnhofes angegriffen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.
In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem 188 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
"Rassismus tötet!" - Leipzig

rassismus-toetet-
leipzig.org/index.
php/aktiv-gedenken-
statt-schweigend-
vergessen-rassismus-
toetet-in-gedenken-
an-achmed-b-
und-kamal-k/


24.10.2017
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung


18:30 Uhr

Leipzig
„Bläser-Saal“ der Hochschule für Musik und T
Grassistraße 1 | 04107 Leipzig
Leipziger Rede

Der traurige Anlass der Leipziger Rede ist der mittlerweile siebte Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechtsmotivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Die mediale Präsenz von rassistisch motivierten Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte hat zwar scheinbar nachgelassen, doch sind diese in Leipzig und Sachsen nach wie vor Alltag. Kann man also von Leipzig als einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt sprechen?

Wie sieht es damit in der Realität aus? Vor allem wie sieht es damit aus, wenn man nicht in das vermeintliche Bild einer deutschen Mehrheitsgesellschaft passt?

Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir eben diejenigen zu Wort kommen lassen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus machen mussten.

Wir laden an diesem Abend Personen der Leipziger Politik, des öffentlichen Lebens sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst und Kultur ein. Aber dieser Abend steht auch allen Schülerinnen und Schülern und Studierenden offen, die sich mit dieser Thematik näher auseinandersetzen möchten.
Initiativkreis Antirassismus

initiativkreis.
blogsport.de/2017/10/
11/leipziger-
rede-2017/


24.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Straße 12 a, 04277 Leipzig
Lohnarbeit 2.0 - Solidarische Alltagspraxen

Langfristig politisch aktiv zu sein braucht Zeit, Ressourcen und einen Alltag, in dem dies auch möglich ist. Stressige Lohnarbeit, das nervende Jobcenter oder steigende Mieten machen politisches Engagement meist sehr schwierig. In unserer ersten Veranstaltung im März haben wir uns mit den Widersprüchen und Freiheiten politischer Lohnarbeit in Kulturzentrum, Partei, linker Monatszeitung und NGO beschäftigt. In dieser Veranstaltung möchten wir das Thema Lohnarbeit noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Wir möchten darüber reden, was wir tun können, um uns gemeinsam in unserem Alltag zu unterstützen und so kollektiv dem zermürbenden kapitalistischen Alltag entgegenzutreten. Dafür wollen wir uns auf die Suche nach solidarischen Alltagspraxen in Leipzig begeben. Welche gibt es schon? Wie sind die Erfahrungen mit kollektiven Ökonomien, Betriebskollektiven oder Erwerbsloseninnitiativen? Dabei wollen wir Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam fragen, inwiefern kollektive Alltagssolidarität einen wichtigen Grundstein für nachhaltiges und langfristiges politisches Engagement darstellt.

Über die Reihe:

Der Beginn eines Lohnarbeitsverhältnisses oder der Sorgetätigkeit für Kinder scheint das natürliche Ende des eigenen Engagements in linken Zusammenhängen zu sein. Zeitmangel, Stress und fehlende Rücksicht auf diese Lebenssituationen machen es vielen politisch Engagierten sehr schwierig weiter aktiv zu sein. Resultat ist die Wahrnehmung der Linken als einer Jugendbewegung. Dies liegt auch daran, dass politische Organisierung häufig mit Vollzeitaktivismus gleichgesetzt wird, der aber unglaublich zeitaufwendig und so auch mit wenig Anderem vereinbar ist. Die Linke wird nicht nur als Jugendbewegung wahrgenommen, sie scheint auch eine solche zu sein, wenn sie thematisch und organisatorisch nicht auf Menschen eingeht, die Studium und Ausbildung abgeschlossen haben.

In drei Veranstaltungen haben wir uns zu den Themen politische Lohnarbeit, Kinder und Familie sowie Arbeitsdruck in linken Zusammenhängen ausgetauscht. Dort haben wir ansatzweise geschafft, was wir vorhatten: einen Ort zu schaffen, an dem wir linken Lebenswegen lauschen und herausfinden, warum es manchen gelingt dabei zu bleiben, woran das liegt, wie dieses Dabeibleiben aussieht und warum andere aus linken Zusammenhängen rausfallen bzw. sie verlassen. Durch viel Rückmeldung und Kritik haben sich neue Ansatzpunkte und Perspektiven ergeben. Diese möchten wir aufnehmen und in unsere kommenden Veranstaltungen einfließen lassen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere spannende Themen, mit denen wir uns noch nicht in diesem Format beschäftigt haben. Zwei davon wollen wir diesen Herbst gemeinsam besprechen: solidarische Alltagspraxen und die Spezifik der Leipziger Linken mit der Wende als Zäsur zum Dabeibleiben oder zum Aufhören.

Wir wollen Erfahrungen austauschen und genau darüber reden, was scheinbar selten Teil öffentlicher (Plenums-) Diskussionen ist. Dabei ist uns gerade der Austausch von unterschiedlichen „Bewegungsgenerationen“ ein Anliegen. Denn wenn sich Menschen aus linken Zusammenhängen zurückziehen, dann gehen nicht nur die Erfahrungen mit sich verändernden Lebensrealitäten verloren, sondern auch viel Bewegungswissen. Dabei soll es natürlich nicht beim Erfahrungsaustausch bleiben. Wir wollen geimsam überlegen, was wir in Leipzig brauchen, damit linke Zusammenhängen offen für unterschiedliche Lebenssituationen sind.

Wenn ihr eine Kinderbetreuung braucht, schreibt uns doch vorher eine Mail, dann stellen wir eine zur Verfügung!
Leipziger Salon gegen den Ausstieg

dabeibleiben.
noblogs.org/


dabeigeblieben(at)
riseup.net

24.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pre-Crime
m. Diskussion

Im Anschluss Gespräch mit dem Bündnis Privatsphäre Leipzig e. V.

BRD 2017, OmdtU, Dok, 88 min, Regie: Matthias Heeder, Monika Hielscher

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln

In ihrem hervorragend recherchiertem Dokumentarfilm gehen Monika Hielscher und Matthias Heede den gängigen Analysesoftwares zur Verbrechensprävention auf den Grund.

Eine Software, die vorhersagt, wo und wann ein Verbrecher zuschlägt. Was nach Science Fiction klingt, ist längst ein gängiges Mittel der
Verbrechensprävention. Ob wir gefährlich sind oder nicht, wird schon heute von Polizeicomputern entschieden. Predictive Policing nennt sich die Methode und dieses Zukunftsversprechen ist nicht nur ein positives. Big Data dient dabei als Quelle, die wir selbst kontinuierlich mit persönlichen Informationen befüllen. Der investigative Dokumentarfilm wagt einen Blick hinter die Kulissen der Analysesoftwares. PRE-CRIME reist nach Chicago, London, Paris, Berlin, München und anderen Orten, um prädiktive Polizei-Techniken vorzustellen und ihre Chancen und Gefahren zu untersuchen. Polizeiermittler*innen, Datenanalyst*innen und Betroffene der Precrime-Überwachung kommen zu Wort, um die zentralen Fragen zu stellen: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und könnnen wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen?


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


25.10.2017 - 25.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Marcel Bois: Zeitgenössische Rezeption und weltweite Auswirkung der Oktoberrevolution
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Der Erste Weltkrieg war ein globaler Krieg – und auch die Revolte gegen ihn und seine Auswirkungen fanden im Weltmaßstab statt. In den Jahren 1917 bis 1921 gingen Millionen zwischen Moskau und Tokio, zwischen Barcelona und Buenos Aires auf die Straße, um ihrem Wunsch nach sozialer und politischer Veränderung Ausdruck zu verleihen.
„Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt“, notierte ein besorgter britischer Premierminister David Lloyd George im März 1919. „Die Arbeiter sind nicht nur von einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit ergriffen, sondern von Groll und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen in Frage gestellt.“ Den Beginn dieses Prozesses hatte die Russische Revolution des Jahres 1917 markiert. Sie wurde zur Inspiration für Akteure der Arbeiterbewegung rund um den Globus - und nicht zuletzt auch in Deutschland. Dort sollte sich schließlich auch das Schicksal der jungen Sowjetrepublik entscheiden.
In dem Vortrag sollen die Auswirkungen der Oktoberrevolution auf globaler Ebene umrissen werden. Welche Rolle spielte sie bei der Bildung von Arbeiterorganisationen? Inwiefern stellte die Oktoberrevolution und die Sowjetunion einen Bezugspunkt für die verschiedenen Arbeiterbewegungen in Deutschland und Südamerika, Afrika und den Nahen und Fernen Osten dar?
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


25.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Istanbul United
m. Diskussion

BRD 2014, OmU, Dok, 90 min, Regie: Farid Eslam, Olli Waldhauer

Sprache: Türkisch mit deutschen Untertiteln

Ein Film zu Fussball, Fankultur und Widerstand in der Türkei.

Die Fußballtraditionen der drei großen Clubs aus Istanbul nehmen im Alltag in der Türkei durch ihre machvollen Symbole eine zentrale Stellung ein. Bereits Neugeborene werden mit den entsprechenden Fanartikeln der einen oder anderen Mannschaft ausgestattet, um die Zugehörigkeit zum jeweiligen Club möglichst schon von Geburt an sichtbar zu machen. Die aktiven Fans von Beşiktaş, Galatasaray und Fenerbahçe pflegen dabei eine vitale Fan-Kultur, die nicht nur dazu dient, sich gegen die Fans der anderen Mannschaften abzugrenzen. Sie ist immer auch ein politisches Statement und damit ein Spiegel der jeweiligen politischen Verhältnisse. In einer Zeit, in der die AKP ihre Machtposition zur Instrumentalisierung von Kultur und Medien ausnutzt, ist auch der Fußball ein Ziel ihrer Vereinnahmungsstrategien. ISTANBUL UNITED zeigt, wie sich aber die Fanclubs, die einander extrem verfeindet sind, gemeinsam mit den Aktivist*innen der Gezi-Proteste im Juni 2013 solidarisieren und damit eine eindeutig politische Position gegen die AKP-Regierung beziehen.

Im Anschluss Gespräch mit dem Sportjournalisten Volkan Ağır über Fußball in der Türkei, die großen Club, ihre Fanclubs und ihre ambivalente Rolle zwischen Massenkonsum und Widerstand in unruhigen Zeiten.

Volkan Ağır schreibt für die türkische Online-Zeitung Duvar regelmäßig über Sport. Begonnen hat er 2008 als Sportkorrespondent für die türkische Zeitung Cumhuriyet und ist seitdem dem Thema seitdem treu geblieben. 2011 hat er im Offenen Radiokanal eine Sportsendung moderiert. Seit 2016 lebt er in Köln.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


26.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Hörsaal 8
Universität Leipzig Hörsaalgebäude, Augustusplatz 10, 04109 Leipzig
Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ und sein unheimlicher Freundeskreis beweisen:
Der Kapitalismus ist einfach unverbesserlich!

Linke Vertreter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens meinen, dass die Armut, die in unserer Marktwirtschaft Marke BRD heimisch ist, angesichts beeindruckender Warenberge und Produktivkräfte eigentlich überflüssig und die Möglichkeit ihrer glücklichen Überwindung deswegen mit Händen zu greifen ist: Mit der passenden Dosis Umfairteilung wollen sie dem Kapitalismus die Bedrohung durch Armut abhandeln, die so vielen seiner Insassen zu schaffen macht.
Solche wohlmeinenden Ideen fangen sich seit jeher von den ideellen wie den wirklichen Sachwaltern der ‚herrschenden Zustände‘ mit dem Verweis auf eben diese ‚herrschenden Zustände‘, die ‚nun mal‘ so sind, wie sie sind, ihren antikritischen Konter ein: Sie beißen sich an der unumstößlichen marktwirtschaftlichen Realität einfach die Zähne aus und ihre Vertreter blamieren sich als realitätsferne Träumer – was ganz selbstverständlich für die ‚Realität‘ und gegen die Verbesserungsideen sprechen soll.
Doch mittlerweile hat das bedingungslose Grundeinkommen neue, mächtige Freunde gewonnen: In Davos und anderswo wird der Vorschlag von Industriekapitänen und Konzernvorständen selbstbewusst aufgegriffen und als Antwort auf die ‚Probleme‘ ihrer schönen neuen ‚Arbeitswelt 4.0‘ ins Spiel gebracht – die sie in den goldenen Zeiten digitalisierter Weltmarktkonkurrenz mittels Massenentlassungen und Niedriglöhnen auch weiterhin tüchtig herzustellen gedenken.
Und auch die Politik denkt über das Grundeinkommen nach; darüber nämlich, ob es nicht ein zeitgemäßer Ersatz für die ein oder andere kompliziert konstruierte Sozialkasse sein könnte – und kündigt damit an, sich machtvoll um alle Probleme zu kümmern, die ihr aus Armut und Existenznot erwachsen, mit denen sie auch in Zukunft ganz fest rechnet. Ausgerechnet am berechnenden Gequatsche von Unternehmern und Politik
über das Grundeinkommen wäre also zu lernen, wie verbissen die Macher des Kapitalismus darauf bestehen, dass Armut und Wachstum untrennbar zusammengehören.
In die Debatte, ob die schöne Idee des bedingungslosen Grundeinkommens durch die unverhoffte Schützenhilfe nun endlich möglich oder in den ‚falschen Händen‘ missbraucht wird, mischt der Vortrag sich nicht ein. Der Vorschlag ist weder zu bescheiden, noch unrealistisch und schon gar nicht menschengerecht – sondern ein einziger, fataler Irrtum über den Charakter von Arbeit und Reichtum in dieser Gesellschaft.
AG Politische Diskussion

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26.10.2017
Film


18:30 Uhr

Halle
Kino Zazie
Kleine Ulrichstraße 22
Im inneren Kreis
Dokumentarfilm mit anschließender Diskussion

Wie und warum schleust der Staat Ermittlerinnen in linke Strukturen ein? Was bringen die Ermittlungen? Was sind die Konsequenzen?
Fragen, die der Dokumentarfilm "Im inneren Kreis" aufwirft und dabei auf den Einsatz von Spitzeln in Hamburgs linker Szene blickt. Der Film zeigt, wie verdeckte Ermittlungen als polizeiliches Instrument genutzt werden und wie gewaltsam und verstörend staatliche Überwachungsmaßnahmen in das Leben betroffener Personen eingreifen können.

Im Anschluss: Gespräch mit Andreas Blechschmidt (Rote Flora, Hamburg) über die (persönlichen) Folgen der polizeilichen Praxis, Naivität, Denunziation, Paranoia, Abschottung, Selbstzweifel, Schuldgefühle und die emotionale Verwüstung, die Spitzeleinsätze hinterlassen.
Alternatives Vorlesungsverzeichnis + Radio Corax

iminnerenkreis-doku.de/

26.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Schaubühne Lindenfels
Karl-Heine-Straße 50
GlobaLE Kino: "Kemtiyu: Séex Anta - Cheikh Anta"

Film und Diskussion: "Kemtiyu: Séex Anta - Cheikh Anta", Senegal / 2016 / 96 min / Ousmane William Mbaye und Laurence Attali / original mit engl UT Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen.

"Der universelle Mensch", "Der Gigant des Wissens", "Der letzte Pharaoh", das waren die Schlagzeilen am Tag nach seinem Tod am 7. Februar 1986. 30 Jahre später zeichnet KEMTIYU ein Portrait Cheikh Anta Diops: Bahnbrechender Wissenschaftler mit unersättlichem Wissensdurst und aufrichtige und hellsichtige politische Führungspersönlichkeit, von einigen verehrt, von anderen verschrien, und den meisten unbekannt.

Dieser Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich sein ganzes Leben für Wahrheit und Gerechtigkeit eingesetzt hat, um das historische Bewusstsein und die Würde Afrikas wieder herzustellen.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

19.10.2017

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