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left action - linksradikale Gruppen in  Leipzig - Termine aus Leipzig
 

[Wöchentlicher Left Action Newsletter]  

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date, time, location, Aktionsform

Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

18.10.2017 - 18.10.2017
Info-Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Meuterei
Zollschuppenstraße 1
Versicherheitlichung der Migrationsabwehr

Die Versicherheitlichung legitimiert – unterstützt durch rechtspopulistischen Angstkampagnen – jenen
Ausnahmezustand, der an den Außengrenzen der EU längst Alltag ist. Die
militärisch-politisch-technologischen Maßnahmen setzen jedoch nicht bei
den Ursachen an, sondern bekämpfen die hieraus vermeintlich erwachsenden
Folgen: Flüchtlinge und Migrationsbewegungen, deren Erfassung Grundlage
einer staatlich alimentierten Techno-Industrie geworden ist, die
permanent rechtsfreie Räume reproduziert. Entsprechende Unternehmen und
Programme sollen beispielhaft im Mittelpunkt des Vortrags stehen, um
„Versicherheitlichung“, ihre Protagonisten und Profiteure in der Praxis
zu veranschaulichen.

Veranstaltung mit Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung
Prisma

18.10.2017
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Eisenbahnstraße 107
Treffen der IWW Leipzig

Probleme am Arbeitsplatz? Interessiert am Organizen? Komm zum Treffen der IWW Leipzig und wir diskuietieren gemeinsam Ansätze, um kurz- und langfristig Arbeitsbedingungen zu verbessern (und Lohnarbeit ganz zu überwinden).
IWW Leipzig

wobblies.org

leipzig(at)
wobblies.org

19.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Str. 12a
GlobaLE Kino: Shadow War in the Sahara

Film und Diskussion: "Shadow War in the Sahara", Frankreich / 2014 / 52 min / Bob Coen und Eric Nadler / original mit UT (oder evtl. dt. Version) Anschließend Diskussion u.a. mit Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung.

"Schattenkrieg in der Sahara" erforscht die wahren Hintergründe des Mali-Konflikts und legt dar, welche Interessen sich hinter der Destabilisierung einer ganzen Region verbergen. Wird die Sahara im 21. Jahrhundert zum Schlachtfeld eines drohenden Krieges um Ressourcen? Der Film analysiert die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien in diesem Konflikt um Erdöl, Erdgas, seltene Erden und unter dem Wüstensand verborgene Wasserreservoirs.

Die Spurensuche führt vom Einsatzgebiet der französischen Armee in die Salons der Londoner Bankiers, von den Flüchtlingslagern in Burkina Faso bis ins Pentagon. In der Sahara, von Libyen bis Mali, haben längst neue Kriege um wertvolle Ressourcen begonnen.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

19.10.2017 - 19.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Christian Schmidt: Zur Ideengeschichte des Kommunismus
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Revolution und Erlösung.
Dass die Theologie dem Historischen Materialismus auf zwar verborgene, aber doch entscheidende Weise zu Diensten sein soll, war nicht nur die leitende Idee von Benjamins Thesen über den Begriff der Geschichte. Der Verdacht, ein theologischer Rahmen präge die linken Revolutionsprojekte, wurde auch benutzt, um sie als krypto-religiöse Projekte mit Zielen, die nicht von dieser Welt sind, zu diffamieren. Und tatsächlich kennzeichnet die post-sowjetische Gefühlswelt, wie sich den von Swetlana Alexijewitsch aufgezeichneten Protokollen entnehmen lässt, die Erfahrung eines Verlusts höheren Ziels – von etwas, das größer ist als die sprichwörtlichen Bananen. Der Vortrag soll zeigen, wie zweifelsohne Hegels Geschichtsphilosophie theologische Konzepte an die Russische Revolution vererbt hat, die heute zu solchen Verlusterfahrungen führen. Aber entgegen einer verbreiteten Diagnose bezieht sich dieses Erbe auf das politische Wissen, das in der theologischen Tradition vorhanden ist, und nicht auf eine übersinnliche Kenntnis vom vorgezeichneten Lauf der Geschichte. Hegel und die Marxisten wussten ziemlich gut, dass ein historisches Projekt wie die Revolution ein Ziel voraussetzt, das in der gegenwärtigen Welt schon vorhanden ist, deren Wirklichkeit aber auf tiefgreifende Weise umgestalten soll. Ideen wie Freiheit und Gerechtigkeit beschwören das Bild einer anderen Welt herauf, die von Unterdrückung und Ausbeutung befreit ist. Wie die religiösen Bewegungen vor ihnen mussten daher auch die Revolutionärinnen und Revolutionäre eine Gemeinschaft begründen, die sich ganz ihrem historischen Ziel verschrieb, um die Vision der Erlösung von den ausgemachten Übeln zu erreichen. Die kommunistische Partei war der Versuch eine kämpfende Organisation zu schaffen, die einen solchen universalistischen Anspruch verwirklichen sollte. Sie krankte aber an all den Problemen – wie Dogmatismus und Fanatismus – die militanten religiösen Bewegungen bereits bekannt waren. Der Grundgedanke des Vortrags ist es daher, die Politische Theologie nicht als allzu leichtes Argument gegen die Idee des Kommunismus in Stellung zu bringen, sondern sie als reichhaltige Quelle einer komplexen Analyse der Probleme kommunistischer Politik und ihrer Organisationsformen zu verstehen.
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


20.10.2017
Info-Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, HS 8
Universitätsstraße 1
GlobaLE Kino: "Das grüne Gold"

Film und Diskussion: "Das grüne Gold", Schweden, Finnland, BRD / 2016 / 80 min / Regie: Joakim Demmer, original mit dt. UT. Im Anschluss Diskussion mit Aktivist/innen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an den Leipziger Hochschulen statt.

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffenen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat noch eine Schattenseite – die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale der Gewalt. Dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht.
Der Dokumentarfilm entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns zurückführt.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

22.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Neues Schauspiel
Lützner Straße 29, 04177 Leipzig
Realität und Selbstbild der rechtsradikalen Identitären Bewegung

Zu den geladenen Gästen der am 25. November stattfindenden Compact-Konferenz zu “Opposition und Widerstand” gehört auch Martin Sellner, einer der führenden Personen der Identitären Bewegung. Diese ist binnen weniger Jahre zu einem bedeutsamen rechten Akteur geworden, in Österreich noch mehr als in Deutschland. Darum haben wir uns einen Experten aus Österreich besorgt, der mit uns über die Identitäre Bewegung und ihre Vernetzung, ihre Bedeutung und Gefahren, aber auch mögliche Gegenstrategien sprechen wird.

Eine Veranstaltung im Rahmen einer Kampagne des Bündnis "No Compact" gegen die Compact Konferenz am 25.11. in Leipzig.
Antifa Klein-Paris

antifakleinparis.
noblogs.org/


23.10.2017
Info-Veranstaltung


18:00 Uhr

Halle/Saale
Location tba.
Die Revolte der Angepassten?
Die Identitären im Spannungsfeld von Subkultur und Bewegungsanspruch

„Seit ich ihn zum ersten Mal gehört habe, mag ich den Begriff der Subkultur nicht“. So leitet Martin Sellner, federführender Aktivist der deutschsprachigen „Identitären“ sein Nachwort zum Buch „Kontra Kultur“ des Kameraden Mario Müller aus Halle ein. Ein Satz der relativ deplatziert wirkt, schilderte doch Müller in den über 300 Seiten zuvor quasi von der Wahl der Schuhe, über die Musik, bis hin zum passenden Haarschnitt alles um als „wirklicher Identitärer“ ernst genommen zu werden. Umso größer, älter und gefestigter die „Identitären“ innerhalb des Feldes der außerparlamentarischen extremen Rechten werden, desto mehr zeigen sich innerhalb der verschiedenen Organisationen, Untergruppierungen und Führungspersönlichkeiten Spannungsverhältnisse und Risse in der trauten Eintracht völkischer Gemeinschaft. Eine der wichtigsten Spannungslinien, die anhand der Trennung zwischen eher subkultureller Vergemeinschaftung und Aktivismus und anderseits dem Versuch als wirklich umfassende „Bewegung“ in Aktion zu treten, versucht dieser Vortrag anhand vieler verschiedener aktueller Beispiele herauszuarbeiten. Zugleich informiert der Vortrag über aktuelle Entwicklungen der „Identitären“ im deutschsprachigen Raum und nimmt ebenso eine Einordnung vergangener und aktueller Projekte der NeofaschistInnen vor.
vonnichtsgewusst.
blogsport.eu


https://kickthemout.
noblogs.org


23.10.2017
Kundgebung


18:00 Uhr

Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße / Schletterstraße
Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!
Rassismus tötet! — In Gedenken an Achmed B.

Der aus Syrien kommende Asylsuchende Achmed B., 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die Täter stundenlang faschistische und rassistische Parolen grölend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gemüsegeschäft in der Leipziger Südvorstadt. Zunächst beschimpfen sie die Verkäuferinnen als „Türkenfotzen“ und „Türkenschlampen“ und drängen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Geschäft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.

Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter_innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube: „ein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet“ und Leipzigs „Ausländerbeauftragter“ Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: „Es hätte auch irgendeinen Deutschen treffen können“. Z. und E. werden wegen „Mordes aus niedrigen Beweggründen“ angeklagt. Etwa ein Jahr später fällen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z.wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mittäter Norman E. erhält wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es „keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund“, stattdessen handle es sich um eine „spontane Tat“.

Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
"Rassismus tötet!" -Leipzig

rassismus-toetet-
leipzig.org/index.
php/aktiv-gedenken-
statt-schweigend-
vergessen-rassismus-
toetet-in-gedenken-
an-achmed-b-
und-kamal-k/


24.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pre-Crime
m. Diskussion

Im Anschluss Gespräch mit dem Bündnis Privatsphäre Leipzig e. V.

BRD 2017, OmdtU, Dok, 88 min, Regie: Matthias Heeder, Monika Hielscher

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln

In ihrem hervorragend recherchiertem Dokumentarfilm gehen Monika Hielscher und Matthias Heede den gängigen Analysesoftwares zur Verbrechensprävention auf den Grund.

Eine Software, die vorhersagt, wo und wann ein Verbrecher zuschlägt. Was nach Science Fiction klingt, ist längst ein gängiges Mittel der
Verbrechensprävention. Ob wir gefährlich sind oder nicht, wird schon heute von Polizeicomputern entschieden. Predictive Policing nennt sich die Methode und dieses Zukunftsversprechen ist nicht nur ein positives. Big Data dient dabei als Quelle, die wir selbst kontinuierlich mit persönlichen Informationen befüllen. Der investigative Dokumentarfilm wagt einen Blick hinter die Kulissen der Analysesoftwares. PRE-CRIME reist nach Chicago, London, Paris, Berlin, München und anderen Orten, um prädiktive Polizei-Techniken vorzustellen und ihre Chancen und Gefahren zu untersuchen. Polizeiermittler*innen, Datenanalyst*innen und Betroffene der Precrime-Überwachung kommen zu Wort, um die zentralen Fragen zu stellen: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und könnnen wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen?


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


24.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
UT Connewitz
Wolfgang-Heinze-Straße 12 a, 04277 Leipzig
Lohnarbeit 2.0 - Solidarische Alltagspraxen

Langfristig politisch aktiv zu sein braucht Zeit, Ressourcen und einen Alltag, in dem dies auch möglich ist. Stressige Lohnarbeit, das nervende Jobcenter oder steigende Mieten machen politisches Engagement meist sehr schwierig. In unserer ersten Veranstaltung im März haben wir uns mit den Widersprüchen und Freiheiten politischer Lohnarbeit in Kulturzentrum, Partei, linker Monatszeitung und NGO beschäftigt. In dieser Veranstaltung möchten wir das Thema Lohnarbeit noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Wir möchten darüber reden, was wir tun können, um uns gemeinsam in unserem Alltag zu unterstützen und so kollektiv dem zermürbenden kapitalistischen Alltag entgegenzutreten. Dafür wollen wir uns auf die Suche nach solidarischen Alltagspraxen in Leipzig begeben. Welche gibt es schon? Wie sind die Erfahrungen mit kollektiven Ökonomien, Betriebskollektiven oder Erwerbsloseninnitiativen? Dabei wollen wir Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam fragen, inwiefern kollektive Alltagssolidarität einen wichtigen Grundstein für nachhaltiges und langfristiges politisches Engagement darstellt.

Über die Reihe:

Der Beginn eines Lohnarbeitsverhältnisses oder der Sorgetätigkeit für Kinder scheint das natürliche Ende des eigenen Engagements in linken Zusammenhängen zu sein. Zeitmangel, Stress und fehlende Rücksicht auf diese Lebenssituationen machen es vielen politisch Engagierten sehr schwierig weiter aktiv zu sein. Resultat ist die Wahrnehmung der Linken als einer Jugendbewegung. Dies liegt auch daran, dass politische Organisierung häufig mit Vollzeitaktivismus gleichgesetzt wird, der aber unglaublich zeitaufwendig und so auch mit wenig Anderem vereinbar ist. Die Linke wird nicht nur als Jugendbewegung wahrgenommen, sie scheint auch eine solche zu sein, wenn sie thematisch und organisatorisch nicht auf Menschen eingeht, die Studium und Ausbildung abgeschlossen haben.

In drei Veranstaltungen haben wir uns zu den Themen politische Lohnarbeit, Kinder und Familie sowie Arbeitsdruck in linken Zusammenhängen ausgetauscht. Dort haben wir ansatzweise geschafft, was wir vorhatten: einen Ort zu schaffen, an dem wir linken Lebenswegen lauschen und herausfinden, warum es manchen gelingt dabei zu bleiben, woran das liegt, wie dieses Dabeibleiben aussieht und warum andere aus linken Zusammenhängen rausfallen bzw. sie verlassen. Durch viel Rückmeldung und Kritik haben sich neue Ansatzpunkte und Perspektiven ergeben. Diese möchten wir aufnehmen und in unsere kommenden Veranstaltungen einfließen lassen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere spannende Themen, mit denen wir uns noch nicht in diesem Format beschäftigt haben. Zwei davon wollen wir diesen Herbst gemeinsam besprechen: solidarische Alltagspraxen und die Spezifik der Leipziger Linken mit der Wende als Zäsur zum Dabeibleiben oder zum Aufhören.

Wir wollen Erfahrungen austauschen und genau darüber reden, was scheinbar selten Teil öffentlicher (Plenums-) Diskussionen ist. Dabei ist uns gerade der Austausch von unterschiedlichen „Bewegungsgenerationen“ ein Anliegen. Denn wenn sich Menschen aus linken Zusammenhängen zurückziehen, dann gehen nicht nur die Erfahrungen mit sich verändernden Lebensrealitäten verloren, sondern auch viel Bewegungswissen. Dabei soll es natürlich nicht beim Erfahrungsaustausch bleiben. Wir wollen geimsam überlegen, was wir in Leipzig brauchen, damit linke Zusammenhängen offen für unterschiedliche Lebenssituationen sind.

Wenn ihr eine Kinderbetreuung braucht, schreibt uns doch vorher eine Mail, dann stellen wir eine zur Verfügung!
Leipziger Salon gegen den Ausstieg

dabeibleiben.
noblogs.org/


dabeigeblieben(at)
riseup.net

24.10.2017
regionale Demonstration


17:00 Uhr

Leipzig
C. W. Müller Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof
Aktiv Gedenken statt schweigend vergessen - In Gedenken an Kamal K.

Kundgebung mit anschließender Demonstration!

24. Oktober 2010: zwei Neonazis ermorden Kamal
Am Dienstag dem 24. Oktober 2017 jährt sich der Mord an Kamal K. zum siebten Mal. Er wurde von den verurteilen Neonazis Daniel K. und Marcus E. im C.-W.-Müller-Park gegenüber des Hauptbahnhofes angegriffen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.
In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem 188 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. und Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
„Rassismus tötet!“ - Leipzig

http://www.rassismus-toetet-leipzig.org/
24.10.2017
regionale Demonstration


17:00 Uhr

Leipzig
Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof
Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen! – Rassismus tötet!
In Gedenken an Kamal K.

Die Demonstration am 24.10. führt zur „Leipziger Rede“ vom Initiativkreis Antirassismus. Die Kundgebung und Demonstration findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!” statt.

24. Oktober 2010: zwei Neonazis ermorden Kamal

Am Dienstag dem 24. Oktober 2017 jährt sich der Mord an Kamal K. zum siebten Mal. Er wurde von den verurteilen Neonazis Daniel K. und Marcus E. im C.-W.-Müller-Park gegenüber des Hauptbahnhofes angegriffen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, das sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.
In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem 188 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen TäterInnen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten.

Niemand wird vergessen, nichts ist vergeben.
"Rassismus tötet!" - Leipzig

rassismus-toetet-
leipzig.org/index.
php/aktiv-gedenken-
statt-schweigend-
vergessen-rassismus-
toetet-in-gedenken-
an-achmed-b-
und-kamal-k/


24.10.2017
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung


18:30 Uhr

Leipzig
„Bläser-Saal“ der Hochschule für Musik und T
Grassistraße 1 | 04107 Leipzig
Leipziger Rede

Der traurige Anlass der Leipziger Rede ist der mittlerweile siebte Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechtsmotivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Die mediale Präsenz von rassistisch motivierten Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte hat zwar scheinbar nachgelassen, doch sind diese in Leipzig und Sachsen nach wie vor Alltag. Kann man also von Leipzig als einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt sprechen?

Wie sieht es damit in der Realität aus? Vor allem wie sieht es damit aus, wenn man nicht in das vermeintliche Bild einer deutschen Mehrheitsgesellschaft passt?

Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir eben diejenigen zu Wort kommen lassen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus machen mussten.

Wir laden an diesem Abend Personen der Leipziger Politik, des öffentlichen Lebens sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst und Kultur ein. Aber dieser Abend steht auch allen Schülerinnen und Schülern und Studierenden offen, die sich mit dieser Thematik näher auseinandersetzen möchten.
Initiativkreis Antirassismus

initiativkreis.
blogsport.de/2017/10/
11/leipziger-
rede-2017/


25.10.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Istanbul United
m. Diskussion

BRD 2014, OmU, Dok, 90 min, Regie: Farid Eslam, Olli Waldhauer

Sprache: Türkisch mit deutschen Untertiteln

Ein Film zu Fussball, Fankultur und Widerstand in der Türkei.

Die Fußballtraditionen der drei großen Clubs aus Istanbul nehmen im Alltag in der Türkei durch ihre machvollen Symbole eine zentrale Stellung ein. Bereits Neugeborene werden mit den entsprechenden Fanartikeln der einen oder anderen Mannschaft ausgestattet, um die Zugehörigkeit zum jeweiligen Club möglichst schon von Geburt an sichtbar zu machen. Die aktiven Fans von Beşiktaş, Galatasaray und Fenerbahçe pflegen dabei eine vitale Fan-Kultur, die nicht nur dazu dient, sich gegen die Fans der anderen Mannschaften abzugrenzen. Sie ist immer auch ein politisches Statement und damit ein Spiegel der jeweiligen politischen Verhältnisse. In einer Zeit, in der die AKP ihre Machtposition zur Instrumentalisierung von Kultur und Medien ausnutzt, ist auch der Fußball ein Ziel ihrer Vereinnahmungsstrategien. ISTANBUL UNITED zeigt, wie sich aber die Fanclubs, die einander extrem verfeindet sind, gemeinsam mit den Aktivist*innen der Gezi-Proteste im Juni 2013 solidarisieren und damit eine eindeutig politische Position gegen die AKP-Regierung beziehen.

Im Anschluss Gespräch mit dem Sportjournalisten Volkan Ağır über Fußball in der Türkei, die großen Club, ihre Fanclubs und ihre ambivalente Rolle zwischen Massenkonsum und Widerstand in unruhigen Zeiten.

Volkan Ağır schreibt für die türkische Online-Zeitung Duvar regelmäßig über Sport. Begonnen hat er 2008 als Sportkorrespondent für die türkische Zeitung Cumhuriyet und ist seitdem dem Thema seitdem treu geblieben. 2011 hat er im Offenen Radiokanal eine Sportsendung moderiert. Seit 2016 lebt er in Köln.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


25.10.2017 - 25.10.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Marcel Bois: Zeitgenössische Rezeption und weltweite Auswirkung der Oktoberrevolution
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Der Erste Weltkrieg war ein globaler Krieg – und auch die Revolte gegen ihn und seine Auswirkungen fanden im Weltmaßstab statt. In den Jahren 1917 bis 1921 gingen Millionen zwischen Moskau und Tokio, zwischen Barcelona und Buenos Aires auf die Straße, um ihrem Wunsch nach sozialer und politischer Veränderung Ausdruck zu verleihen.
„Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt“, notierte ein besorgter britischer Premierminister David Lloyd George im März 1919. „Die Arbeiter sind nicht nur von einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit ergriffen, sondern von Groll und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen in Frage gestellt.“ Den Beginn dieses Prozesses hatte die Russische Revolution des Jahres 1917 markiert. Sie wurde zur Inspiration für Akteure der Arbeiterbewegung rund um den Globus - und nicht zuletzt auch in Deutschland. Dort sollte sich schließlich auch das Schicksal der jungen Sowjetrepublik entscheiden.
In dem Vortrag sollen die Auswirkungen der Oktoberrevolution auf globaler Ebene umrissen werden. Welche Rolle spielte sie bei der Bildung von Arbeiterorganisationen? Inwiefern stellte die Oktoberrevolution und die Sowjetunion einen Bezugspunkt für die verschiedenen Arbeiterbewegungen in Deutschland und Südamerika, Afrika und den Nahen und Fernen Osten dar?
_______________________
Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
wordpress.com/


26.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Schaubühne Lindenfels
Karl-Heine-Straße 50
GlobaLE Kino: "Kemtiyu: Séex Anta - Cheikh Anta"

Film und Diskussion: "Kemtiyu: Séex Anta - Cheikh Anta", Senegal / 2016 / 96 min / Ousmane William Mbaye und Laurence Attali / original mit engl UT Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen.

"Der universelle Mensch", "Der Gigant des Wissens", "Der letzte Pharaoh", das waren die Schlagzeilen am Tag nach seinem Tod am 7. Februar 1986. 30 Jahre später zeichnet KEMTIYU ein Portrait Cheikh Anta Diops: Bahnbrechender Wissenschaftler mit unersättlichem Wissensdurst und aufrichtige und hellsichtige politische Führungspersönlichkeit, von einigen verehrt, von anderen verschrien, und den meisten unbekannt.

Dieser Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich sein ganzes Leben für Wahrheit und Gerechtigkeit eingesetzt hat, um das historische Bewusstsein und die Würde Afrikas wieder herzustellen.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

26.10.2017
Film


18:30 Uhr

Halle
Kino Zazie
Kleine Ulrichstraße 22
Im inneren Kreis
Dokumentarfilm mit anschließender Diskussion

Wie und warum schleust der Staat Ermittlerinnen in linke Strukturen ein? Was bringen die Ermittlungen? Was sind die Konsequenzen?
Fragen, die der Dokumentarfilm "Im inneren Kreis" aufwirft und dabei auf den Einsatz von Spitzeln in Hamburgs linker Szene blickt. Der Film zeigt, wie verdeckte Ermittlungen als polizeiliches Instrument genutzt werden und wie gewaltsam und verstörend staatliche Überwachungsmaßnahmen in das Leben betroffener Personen eingreifen können.

Im Anschluss: Gespräch mit Andreas Blechschmidt (Rote Flora, Hamburg) über die (persönlichen) Folgen der polizeilichen Praxis, Naivität, Denunziation, Paranoia, Abschottung, Selbstzweifel, Schuldgefühle und die emotionale Verwüstung, die Spitzeleinsätze hinterlassen.
Alternatives Vorlesungsverzeichnis + Radio Corax

iminnerenkreis-doku.de/

26.10.2017
Diskussions-
Veranstaltung


18:00 Uhr

Leipzig
Hörsaal 8
Universität Leipzig Hörsaalgebäude, Augustusplatz 10, 04109 Leipzig
Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ und sein unheimlicher Freundeskreis beweisen:
Der Kapitalismus ist einfach unverbesserlich!

Linke Vertreter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens meinen, dass die Armut, die in unserer Marktwirtschaft Marke BRD heimisch ist, angesichts beeindruckender Warenberge und Produktivkräfte eigentlich überflüssig und die Möglichkeit ihrer glücklichen Überwindung deswegen mit Händen zu greifen ist: Mit der passenden Dosis Umfairteilung wollen sie dem Kapitalismus die Bedrohung durch Armut abhandeln, die so vielen seiner Insassen zu schaffen macht.
Solche wohlmeinenden Ideen fangen sich seit jeher von den ideellen wie den wirklichen Sachwaltern der ‚herrschenden Zustände‘ mit dem Verweis auf eben diese ‚herrschenden Zustände‘, die ‚nun mal‘ so sind, wie sie sind, ihren antikritischen Konter ein: Sie beißen sich an der unumstößlichen marktwirtschaftlichen Realität einfach die Zähne aus und ihre Vertreter blamieren sich als realitätsferne Träumer – was ganz selbstverständlich für die ‚Realität‘ und gegen die Verbesserungsideen sprechen soll.
Doch mittlerweile hat das bedingungslose Grundeinkommen neue, mächtige Freunde gewonnen: In Davos und anderswo wird der Vorschlag von Industriekapitänen und Konzernvorständen selbstbewusst aufgegriffen und als Antwort auf die ‚Probleme‘ ihrer schönen neuen ‚Arbeitswelt 4.0‘ ins Spiel gebracht – die sie in den goldenen Zeiten digitalisierter Weltmarktkonkurrenz mittels Massenentlassungen und Niedriglöhnen auch weiterhin tüchtig herzustellen gedenken.
Und auch die Politik denkt über das Grundeinkommen nach; darüber nämlich, ob es nicht ein zeitgemäßer Ersatz für die ein oder andere kompliziert konstruierte Sozialkasse sein könnte – und kündigt damit an, sich machtvoll um alle Probleme zu kümmern, die ihr aus Armut und Existenznot erwachsen, mit denen sie auch in Zukunft ganz fest rechnet. Ausgerechnet am berechnenden Gequatsche von Unternehmern und Politik
über das Grundeinkommen wäre also zu lernen, wie verbissen die Macher des Kapitalismus darauf bestehen, dass Armut und Wachstum untrennbar zusammengehören.
In die Debatte, ob die schöne Idee des bedingungslosen Grundeinkommens durch die unverhoffte Schützenhilfe nun endlich möglich oder in den ‚falschen Händen‘ missbraucht wird, mischt der Vortrag sich nicht ein. Der Vorschlag ist weder zu bescheiden, noch unrealistisch und schon gar nicht menschengerecht – sondern ein einziger, fataler Irrtum über den Charakter von Arbeit und Reichtum in dieser Gesellschaft.
AG Politische Diskussion

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27.10.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Neues Schauspiel Leipzig
Lützner Straße 29
GlobaLE Kino: "I am not your negro"

Film und Diskussion: "I am not your negro", USA,F,BE,CH / 2017 / 95 min / Raoul Peck / dt. Version Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen. Die Veranstaltung ist im Open-Air-Programm der globaLE im Sommer aufgrund des Wetters im Rabet leider ausgefallen und wird an dieser Stelle nachgeholt.

Im Juni 1979 beginnt der bedeutende US-Autor James Baldwin seinen letzten, unvollendet gebliebenen Text „Remember This House“. Mit persönlichen Erinnerungen an seine drei ermordeten Bürgerrechtler-Freunde Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King und Reflexionen der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer schreibt er die Geschichte Amerikas neu.

Raoul Peck inszeniert die 30 bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afroamerikanische Proteste gegen weiße Polizeigewalt bis in die jüngste Gegenwart, Baldwins kompliziertes Verhältnis zur Black-Power-Bewegung, den paranoiden Blick eines FBI-Berichts auf dessen Homosexualität. Ein prägnanter und verstörender Essay über die bis heute vom Mainstream weitgehend ausgeblendete Wirklichkeit schwarzer Amerikaner.
Attac Leipzig

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28.10.2017
überregionale Demonstration


16:00 Uhr

Halle/S.
Steintor
Faschos verpisst euch! Nazizentrum dichtmachen!

Die selbsternannte „Identitäre Bewegung“ hat sich in Halle/Saale vergangenen Sommer ein Haus in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 gekauft. (1) Als engagierte AntifaschistInnen, Studierende und Anwohnende haben wir deshalb bereits am 11. Juli kraftvoll demonstriert, dass wir mit dem rechten Hausprojekt und den dazugehörigen Umtrieben nicht einverstanden sind. (2) Die „Identitären“ haben laut Presse seitdem einige unruhige Nächte und gestalterische Veränderungen an ihrem Haus erleben müssen. Darauf reagierten sie mit gereizter Stimmung im Alltag und der
Anbringung von mehreren Überwachungskameras am Haus. (3) Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider eröffnete im September sein Bürgerbüro in der Adam-Kuckhoff-Straße 16. Organisatorische Zusammenarbeit zwischen AfD und „Identitären“ gäbe es dabei natürlich nicht. (4) Mit dem Einzug der AfD in den Bundestag und den Mandaten in verschiedenen Landtagen können die Möchtegernintellektuellen der Neuen Rechten nun also auf mehr parlamentarische und finanzielle Unterstützung zählen. Dieser ernüchternden Tatsache muss die Erkenntnis folgen, sich den menschenfeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft zu stellen und sich gegen diese zu organisieren. Nur die nachhaltige Veränderung der Grundbedingungen unserer Gesellschaft kann Symptome wie die AfD oder die
„Identitären“ verunmöglichen. Bis dahin ist es an uns, ihrem Handeln konsequent und entschlossen entgegenzutreten.

Das Versprechen, den Rechten keine ruhige Minute in ihrer Immobilie lassen zu wollen, werden wir deshalb mit einer weiteren Demonstration bekräftigen! Kommt am 28.10.2017 zur antifaschistischen Demonstration „Faschos verpisst euch! Nazizentrum dichtmachen!“

(1)
https://lsa-rechtsaussen.net/ein-identitaeres-haus-fuer-die-kontrakultur-halle/
(2)
https://kickthemout.noblogs.org/aktionen-und-termine/hal1107-kampagnenstart/
(3)
http://www.mz-web.de/halle-saale/identitaere-bewegung-in-halle-datenschuetzer-wird-wegen-kamera-ueberwachung-aktiv-28447098
(4)
http://www.mz-web.de/halle-saale/afd-politiker-eroeffnet-buero-darum-steht-rechtes-zentrum-bald-unter-polizeischutz-28459276
https://kickthemout.
noblogs.org


01.11.2017 - 01.11.2017
Info-Veranstaltung


19:30 Uhr

Leipzig
Conne Island
Koburger Straße 3
Q. Szenische Lesung des Romans von Luther Blissett

1517–1555: Fast vierzig Jahre ist er, der so oft seinen Namen zu wechseln gezwungen ist, dabei. Keine fromme oder unfromme Ketzerei lässt er aus. Keinen Aufstand gegen die klerikale und fürstliche Macht verpasst er. Als Vertrauter Thomas Müntzers wird dessen Credo – ›alles gehört allen‹ – auch zu seinem. Die Niederlage im Bauernkrieg (1525) lässt ihn als einen der wenigen Überlebenden zurück. Bei den Wiedertäufern trägt er die Verantwortung zur Verteidigung der Stadt Münster, aus der das neue Jerusalem werden soll. Er feiert mit, bei den ausgelassenen Festen der Siege; er wird Zeuge der Verwandlung revolutionärer Ambitionen in religiösen Wahn, beim Umschlag von Befreiung in Terror. Er wandert durch das ›Europa der gescheiterten Aufstände‹, durch verlorene Schlachten und Niederlagen, die Verzweiflung erzeugen und Resignation nahelegen.

Wo immer er involviert ist, ist auch ein Zweiter zugegen. Unerkannt und zunächst nur als eine vage Ahnung. Der Spion der Kurie und Agent der Inquisition, der seine Briefe mit »Q« unterzeichnet, der dem Kardinal (und späterem Papst) Gianpetro Carafa nicht nur über die papstfeindlichen Machenschaften berichtet, sondern auch einwirkt, vielleicht sogar anwesend ist, vielleicht sogar alle Rebellion ins Unglück lenkt? Diesem Phantom zu begegnen, von Angesicht zu Angesicht, um die Opfer zu rächen, wird zur fixen Idee des Aufrührers ...

Krimi und High Noon am Ende des Mittelalters!

Bearbeitet von Thomas Ebermann und Berthold Brunner.
Ensemble: Denis Moschitto, Jörg Pohl, Ruth Marie Kröger, Matthias Kelle

Eintritt: 10 € VVK/12 € Abendkasse
Roter Salon

roter-salon.
conne-island.de


rotersalon(at)
conne-island.de

02.11.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Galerie KUB
Kantstraße 18
GlobaLE Kino: Wovon träumt das Internet?

Film und Diskussion: "Wovon träumt das Internet?", USA / 2016 / 98 min / Werner Herzog / original mit dt. UT Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen vom Chaos Computer Club.

Mit derselben Neugier und demselben Einfallsreichtum mit denen er sich vorher der Erde und ihren Bewohnern widmete, wendet sich Werner Herzog nun dem Internet zu, erzählt von dessen Anfängen und erkundet das World Wide Web bis in den letzten Winkel.

In Zusammenarbeit mit NetScout Systems, einem Anbieter für Sicherheitsprogramme und Service Assurance, zeigt der Dokumentarfilm durch augenöffnende Gespräche mit Fachleuten überall auf der Welt, wie das Internet unsere Welt verändert hat. Denn das Web ist aus unserem Alltag mittlerweile nicht mehr wegzudenken und beeinflusst so verschiedene Bereiche wie Entwicklung, Handel, Erziehung, Ausbildung, Gesundheitswesen, Technologie und sogar die persönlichen Beziehungen der Menschen.
Attac Leipzig

attac-leipzig.de

02.11.2017 - 02.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Felicita Reuschling: Kommunistka. Die Utopie der Revolution von Geschlechter-, Liebes- und Reproduktionsverhältnissen
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Mit der Oktoberrevolution gingen nicht nur manifeste politische und ökonomische Veränderungen einher, mit dem Ziel eine kommunistische Gesellschaft zu verwirklichen, traten die Bolschewiki auch an, die herrschenden Vorstellungen von Familie und Geschlechterverhältnis umzuwälzen. Ideen von alternativen Gesellschaftsformen fernab feudaler oder bürgerlich-kapitalistischer Strukturen mündeten in eine Welle revolutionärer Umstrukturierungen:
In den frühen Jahren bolschewistischer Regierung wurde diesen utopischen Vorstellungen mit verschiedenen Gesetzen Rechnung getragen: so wurden Abtreibungen legalisiert, Homosexualität entkriminalisiert und ein für den Beginn des 20. Jahrhunderts progressivstes Ehe- und Scheidungsgesetz verabschiedet. Auch wurden durch kollektive Wohnformen und Erziehung, sowie gezielte Ausbildung versucht Frauen den Zugang zur Arbeitswelt und damit auch zum politischen Leben zu ermöglichen. Das Zusammenleben sollte frei von religiösen Normen sowie dem Leben in Kleinfamilien sein, welche die zu überwindenden Gesellschaften kennzeichneten. Das Aufbruchsdenken einer noch jungen Revolution ermöglichte ebenfalls das Ausprobieren neuer Lebensentwürfe: Diskurse in deren Mittelpunkt Polyamorie und freie Liebe standen, führten zu einer Vielzahl von praktizierten Formen des Zusammenlebens, von denen noch heute Film und Literatur der frühen Sowjetunion zeugen. Eine der aktivsten Vordenkerinnen war Alexandra Kollontai, die als einzige Frau des ZK der KPdSU in ihren Schriften nicht nur Überlegungen für dieses Zusammenleben anstellte, sondern dies auch selbst praktizierte.
Der Vortrag soll dieses Gemengelage differenzieren und mit dem Fokus auf das Geschlechterverhältnis einen Überblick über die unterschiedlichen Versuche eine kommunistische Gesellschaft zu verwirklichen liefern. Dies soll nicht unkritisch geschehen. So stieß die Euphorie der ersten Jahre alsbald auf ihre Grenzen. Viele Fortschritte wurden zwischen dem Fortbestehen patriarchaler Strukturen und den Sachzwängen des nachrevolutionären Staatssozialismus zerrieben, gerieten zu de jure Postulaten oder wurden gar ganz zurückgenommen.
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
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04.11.2017 - 04.11.2017
Seminar


10:00 Uhr

Leipzig
Translib. Communistisches Labor
Goetzstraße 7 / Lütznerstraße 30, 04177 Leipzig
Lektürekurs: Linke Kritik am Bolschewismus
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Anmeldung unter: sassulitsch@gmx.de

Die Bolschewisten gehörten in ihrer Anfangszeit zu einer der radikalsten Gruppierungen der internationalen kommunistischen Bewegung. Insbesondere ihre konsequente Haltung gegen den Ersten Weltkrieg und ihr revolutionärer Maximalismus beeindruckten auch die radikalen Teile der ArbeiterInnenbewegung im Westen. Wenige Jahre nach der Oktoberrevolution begannen jedoch linke und antiautoritäre KommunistInnen eine Kritik am Bolschewismus zu formulieren. Unter anderem Rosa Luxemburg und in ihrer Nachfolge die deutsch-holländischen RätekommunistInnen wollten diese Kritik selbst in einer marxistisch-materialistischen Theorie fundiert wissen. Die Unterdrückung der partei-internen Opposition, der rigide Zentralismus, die Aufgabe bzw. bloß instrumentelle Einsetzung des Räte-Gedankens, die Übertragung des russischen Modells auch auf die westlichen Arbeiterparteien innerhalb der KomIntern, letztlich der „staatskapitalistische“ Charakter des Sowjet-Regimes … – das waren Kritikpunkte, die aus Reihen des linken Kommunismus angebracht wurden. Im Lektürekurs wollen wir uns näher mit einiger dieser Kritiken beschäftigen: Rosa Luxemburgs Text „Zur Russischen Revolution“, Hermann Gorters offener Brief an Lenin und die „Thesen über den Bolschewismus“ der Gruppe Internationale Kommunisten / Holland stehen in der engeren Textauswahl.
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Sassulitsch Gruppe

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06.11.2017 - 06.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Eisenbahnstr. 125
Gesprächsangebot von Out of Action

Out of Action
ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert. Wir bieten emotionale erste Hilfe für betroffene Einzelpersonen und Gruppen an und unterstützen einen solidarischen Umgang miteinander auch durch Informationsveranstaltungen.
Am ersten Montag jeden Monats bieten wir ein Gesprächsangebot in der Eisenbahnstraße 125 an. Andere Termine für Gespräche können (verschüsselt) per Mail vereinbart werden.

Für ein solidarisches Miteinander!
Out of Action (Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert.)
Out of Action
(Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert.)

outofaction.
blackblogs.org/
?page_id=142


outofaction-
leipzig(
at)nadir.org

07.11.2017 - 07.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Felix Klopotek: Mit Marx gegen Lenin - Das Verhältnis des Rätekommunismus zur Oktoberrevolution
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Die Rätekommunistinnen waren eine der wichtigsten frühen Kritikerinnen des Bolschewismus und der Oktoberrevolution. Mit ihrer Absage an den autoritären Führungsstil und der vermeintlichen Erkenntnis des „objektiven Interesses“ der Arbeiterklasse durch die „Avantgarde“, der bolschewistischen Partei zeichneten sie schon früh eine Kritik am Staatssozialismus vor, dessen Wahrheit sich mit der Entwicklung zum Stalinismus vollends beweisen würde. Ihre Betonung der Subjektivität der Arbeiterklasse, ihre nüchternen Ideen zur Rolle der Intellektuellen in der Revolution und ihre Konzepte zur revolutionären Umgestaltung der ökonomischen Struktur der Gesellschaft können getrost als das Ambitionierteste gelten, das die revolutionäre Arbeiterbewegung Anfang des 20 Jhd. zu bieten hatte. Was können wir heute noch von den Rätekommunistinnen lernen, was ist ihre Aktualität und – viel wichtiger noch – warum waren es nicht sie die zur dominanten Strömung der Arbeiterbewegung im frühen 20. Jhd. avancierten? Denn so weitsichtig und richtig ihre Kritiken und Ideen heute erscheinen, sind auch sie gescheitert, indem in Deutschland Reformismus und später Nationalsozialismus und in Russland der Staatssozialismus siegte. Diesen Fragen möchten wir in dem Vortrag nachgehen, zu dem wir Felix Klopotek einladen möchten.
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
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08.11.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Pöge Haus
Hedwigstraße 20
Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!
Die Rote Hilfe Deutschlands im antifaschistischen Widerstand ab 1933

Die Rote Hilfe Deutschlands im antifaschistischen Widerstand ab 1933

08.11.2017 – 20 Uhr – Pöge Haus – Hedwigstraße 20

Vortrag mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv)

Die Rote Hilfe Deutschlands war schon in der Weimarer Republik eine große linke Solidaritätsorganisation, die Ende 1932 fast eine Million Mitglieder umfasste. Trotz ihrer engen Verbindung zur KPD unterstützten Menschen aus verschiedenen Spektren der ArbeiterInnenbewegung ebenso wie linke Prominente die Hilfe für die politischen Gefangenen und ihre Familien oder einzelne Kampagnen der Roten Hilfe.

Nach dem Verbot im Frühjahr 1933 arbeiteten viele RHD-AktivistInnen in der Illegalität weiter – teils in losen Zusammenhängen, teils in gut vernetzten Kleinzellen, die mit dem Zentralvorstand und den zuständigen Bezirksleitungen in Austausch standen. Für die zahllosen KZ-Häftlinge und ihre Angehörigen wurden Spenden gesammelt, verfolgte AktivistInnen und untergetauchte FunktionärInnen mussten mit illegalen Quartieren versorgt oder heimlich über die Grenze ins Exil gebracht werden. Im benachbarten Ausland organisierten Büros der RHD Schlafplätze und materielle Hilfe für die EmigrantInnen und unterstützten die konspirativen Gruppen im Reichsgebiet mit Druckschriften und Geld.

Die Widerstandsgruppen der Roten Hilfe erstellten Zeitungen und verteilten Flugblätter, die zum Protest gegen den NS-Terror aufriefen und die praktische Solidaritätsarbeit propagierten.

Im antifaschistischen Untergrund ab 1933 waren auffallend viele Frauen aktiv, die nach den Verhaftungen prominenter – meist männlicher – RHD-Mitglieder zentrale Funktionen in der Organisation übernahmen, aber auch „unauffällige“ Hintergrundarbeit leisteten. Selbst nach der offiziellen Auflösung der Roten Hilfe Deutschlands im Jahr 1938 führten dezentrale Strukturen die Unterstützung für die Verfolgten fort.

Insbesondere in Leipzig und den umliegenden Orten gab es noch über lange Zeit hinweg gut organisierte RHD-Strukturen.

Mit dem Vortrag soll der heute fast vergessene Widerstand der Roten Hilfe gegen den NS-Terror in Erinnerung gerufen werden.

Die Referentin ist Verfasserin der im September 2016 erschienenen Broschüre „‚Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!‘ – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933“, in der das Thema erstmals ausführlich behandelt wird.
Rote Hilfe (Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Leipzig)

antirepression.
noblogs.org/post/
2017/10/03/08-11-
vortrag-helft-den-
gefangenen-in-
hitlers-kerkern/


09.11.2017
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
Schaubühne Lindenfels
Karl-Heine-Straße 50
GlobaLE Kino: Code of survival
Das Ende der Gentechnik

Film und Diskussion: "Code of survival - Das Ende der Gentechnik", BRD / 2017 / 90 min / Bertram Verhaag / dt. Anschließend Diskussion mit dem Filmemacher Bertram Verhaag.

Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“, mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat, werden Jahr für Jahr weltweit auf Felder ausgebracht. Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resistente Unkräuter, die sich in biblischen Ausmaßen vermehren und nun ein Superwachstum an den Tag legen, das Nutzpflanzen überwuchert und abtötet.

Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzen wir drei nachhaltige Projekte entgegen: Die Teeplantage AMBOOTIA in Indien, in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Himalaya. In 2000m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Landwirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise verhindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten. Das Projekt SEKEM des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, der vor 40 Jahren inmitten der Wüste seine biologische Farm gründete. SEKEM beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann und wir zeigen wie es funktioniert.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

10.11.2017
Info-Veranstaltung, Film


20:00 Uhr

Leipzig
Neues Schauspiel Leipzig
Lützner Straße 29
GlobaLE Kino: Im Inneren Kreis

Film und Diskussion: "Im Inneren Kreis", BRD / 2017 / 83 min / Claudia Morar und Hannes Obens. / dt. Anschließend Diskussion mit den Filmemacher/innen Claudia Morar und Hannes Obens. * * * Danach ab 23 Uhr: GlobaLE Soli-Party * * *

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte staatlicher Undercover-Einsätze in der linken Szene aus unterschiedlichen Perspektiven. Iris P. führte enge Freundschaften und ging intime Beziehungen mit Menschen ein, die sie zugleich ausspionierte. Als Verdeckte Ermittlerin "Iris Schneider" forschte sie jahrelang die linke Szene und die "Rote Flora" in Hamburg aus. Nach ihrer medienwirksamen Enttarnung im Jahr 2014 flogen innerhalb von 18 Monaten zwei weitere Verdeckte Ermittlerinnen in Hamburg auf. Auch sie arbeiteten mit ähnlichen Methoden und waren viele Jahre undercover in der linken Szene unterwegs.

Auf der einen Seite schildern Menschen aus dem Umfeld der Roten Flora in Hamburg sowie ehemalige Studierende der Heidelberger Universität die Auswirkungen der Überwachung, auf der anderen Seite begründen die staatlichen Verantwortlichen die verdeckten Einsätze. Der Film fragt: Welche Folgen hat Überwachung für den Einzelnen und für die gesamte Gesellschaft? Wie frei können überwachte Menschen sein?
Attac Leipzig

attac-leipzig.de

12.11.2017
Film


19:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Sins Invalid + Nexos
Teil der Reihe "Politische Körper" zu queerer Erotik, Sexualität und Behinderung

Sins Invalid: An Unshamed Claim to Beauty in the Face of Invisibility
USA 2013, OmU, Dok, 35 min, Regie: Patty Berne, Todd Herman

„There is no right or wrong body in a conscious revolutionary mind” beginnt die Dokumentation, die ein Kollektiv von Performance-Künstler_innen begleitet. Die Performances des Kollektivs fangen Lust und Begehren von Menschen mit Behinderungen ein und setzen sich kritisch mit den daran geknüpften Vorurteilen auseinander. Im Fokus stehen dabei Künstler_innen, die People of Color, queer oder gender non-konform sind.

"Sins Invalid" witnesses a performance project that incubates and celebrates artists with disabilities, centralizing artists of color and queer and gender-variant artists. Since 2006, its performances have explored themes of sexuality, beauty, and the disabled body, impacting thousands through live performance. Sins Invalid is as an entryway into the absurdly taboo topic of sexuality and disability, manifesting a new paradigm of disability justice.


NEXOS
Spanien 2014, Postporno, 28 min, Regie: Post-Op, Antonio Centeno, Lucrecia Masson, Patricia Carmona.
"Nexos" erforscht die körperlichen Möglichkeiten in Bezug auf sexuelles Empfinden. In drei Szenen werden Lustempfinden, Spiel und Verbündetenschaft neu betrachtet. Der Postporn zeigt Lust und Begehren in verschiedenen Facetten. "Nexos" ist aus der Zusammenkunft von cripple-queeren Aktivist_innen enstanden, die an der Arbeit rund um den Körper interessiert sind und ihn als Ort des Widerstands begreifen. Aus einer feministischen Perspektive betrachten sie die Verschränkungen verschiedener Unterdrückungsformen, die wir als Subjekte erfahren.

Nexos explores the possibilities of the body in its sexual affectation. Through three scenes, this piece proposes a different way of seeing/feeling pleasure, play, and complicity, and turns sexual experience into a multisensory bet. The working group which gave rise to Nexos is a result of the coming together of cripple-queer activists who are interested in working around the body, understanding this as an embodied site of dissent. Coming from a feminist stance, they question the different axes of intersectional oppression that we as subjects experience.
Infos: http://www.postop.es

Anschließendes Gespräch mit den Protagonist_innen von NEXOS: Patricia Carmona und Elena-Urko (Sprache: Spanisch/Deutsch).

Der Filmabend ist Teil der Veranstaltung Politische Körper zu queerer Erotik, Sexualität und Behinderung, die in Kooperation mit dem Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) und queeren Aktivist*innen aus Barcelona entstanden ist.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.
de/index.php


13.11.2017
Info-Veranstaltung, Film, Ausstellung


19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, HS2
Universitätsstraße 1
Vortrag & Diskussion zur Ausstellung: "Vergessene Geschichte"

Präsentation zur Ausstellungseröffnung: Vergessene Geschichte - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland / Vorstellung der Ausstellung und Diskussion mit den Ersteller/innen. Eine gemeinsame Veranstaltung von Attac Leipzig, der globaLE und dem SDS.

Die Ausstellung über Berufsverbote stellt ausführlich den sog. Radikalenerlass mit seinen insbesondere innenpolitischen Folgen und Langzeitauswirkungen dar. Er wird eingeordnet in die deutsche Geschichte, die seit dem Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Nazi-Diktatur bis zur Bonner Republik gekennzeichnet ist durch Repressionen gegen linke Oppositionelle. Ebenso wird kritisch Bezug genommen auf die parallel dazu verlaufene Entwicklung der Inlandsgeheimdienste – z. B. auch des sog. Verfassungsschutzes –, die durch Bespitzelung den Behörden jeweils die Grundlagen für Kriminalisierung, Verfolgung und später dann auch die Berufsverbote geliefert haben.
Die Ausstellung will Menschen – vor allem der jüngeren Generation – über den sog. Radikalenerlass informieren und dieses unrühmliche Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte vor dem Vergessen bewahren. Sie möchte anregen zu einer Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft über Grund- und Menschenrechte wie z. B. Meinungsfreiheit und – damit in Zusammenhang stehend und ganz aktuell – Rolle und Nutzen von Inlandsgeheimdiensten.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 13. - 24.11. im Foyer des Neuen Augusteum der Universität Leipzig.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

13.11.2017 - 24.11.2017
Ausstellung


Leipzig
Universität Leipzig, Foyer Augusteum
Augustusplatz
Ausstellung "Vergessene Geschichte"
- Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland -

Die Ausstellung über Berufsverbote stellt ausführlich den sog. Radikalenerlass mit seinen insbesondere innenpolitischen Folgen und Langzeitauswirkungen dar. Er wird eingeordnet in die deutsche Geschichte, die seit dem Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Nazi-Diktatur bis zur Bonner Republik gekennzeichnet ist durch Repressionen gegen linke Oppositionelle. Ebenso wird kritisch Bezug genommen auf die parallel dazu verlaufene Entwicklung der Inlandsgeheimdienste – z. B. auch des sog. Verfassungsschutzes –, die durch Bespitzelung den Behörden jeweils die Grundlagen für Kriminalisierung, Verfolgung und später dann auch die Berufsverbote geliefert haben.
Die Ausstellung will Menschen – vor allem der jüngeren Generation – über den sog. Radikalenerlass informieren und dieses unrühmliche Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte vor dem Vergessen bewahren. Sie möchte anregen zu einer Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft über Grund- und Menschenrechte wie z. B. Meinungsfreiheit und – damit in Zusammenhang stehend und ganz aktuell – Rolle und Nutzen von Inlandsgeheimdiensten.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

14.11.2017 - 14.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Olaf Kistenmacher: „Stille Pogrome“? Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

In der kommunistischen Gesellschaft sollte Judenfeindschaft verschwunden sein. Nach der Revolution 1917 stellte die Bolschewiki Antisemitismus unter Strafe. Trotzdem gab es aus den Reihen der Kommunistischen Partei Russlands judenfeindliche Äußerungen, wie z.B. die Anarchistin Emma Goldman berichtet, und nicht nur die Weißen Garden, sondern auch die Rote Armee verübte während des Bürgerkriegs Pogrome. An dieses Erbe konnte, schreibt Leo Trotzki 1937 in dem Text „Thermidor und Antisemitismus“, in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre Josef Stalin anknüpfen, um seine innerparteilichen Gegnerinnen und Gegner mit subtilen Andeutungen als „jüdisch“ zu markieren. Trotzki war 1937 einer der ersten Marxisten, die versuchten, das Phänomen eines Antisemitismus der „neuen, der sowjetischen Spielart“ systematisch zu erklären.

Olaf Kistenmacher ist Historiker und Journalist. Veröffentlichungen zum Thema:
Kritik aus den eigenen Reihen. Alexandra und Franz Pfemfert, Alexander Berkman und Emma Goldman, Leo Trotzki, in: Hans-Joachim Hahn/Olaf Kistenmacher (Hg.): Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944, Berlin/München/Boston 2015, S. 360–384.
Zum Teufel mit Stalin. Antisemitismus in der Sowjetunion, in: Jungle World 22 (2014).
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

vorwaertsundnichtvergessen.
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15.11.2017
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung, Film, Ausstellung


19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, HS12
Universitätsstraße 1
Die immer noch vergessenen Justizopfer des Kalten
Vortrag mit Dr. Rolf Gössner

Vortrag und Diskussion. "Die immer noch vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges. Ein verdrängtes Kapitel westdeutscher Frühgeschichte".

Film- und Themenabend begleitend zur Ausstellung "Vergessene Geschichte" - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland / Vortrag, Kurzfilm (Ein Staat sah rot) und Diskussion mit Dr. Rolf Gössner (u.a. Internat. Liga für Menschenrechte). Eine gemeinsame Veranstaltung von Attac Leipzig und dem SDS Leipzig.

Die Veranstaltung findet begleitend zur Ausstellung "Vergessene Geschichte" statt. Einerseits soll es um eine historische Betrachtung der Repressionen des Staates gegenüber Oppositionellen gehen: In der kurzen Film-Dokumentation kommen beispielsweise Frauen und Männer zu Wort, die wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD teilweise bereits in der Nazi-Zeit und als Überlebende nach der Befreiung unter Adenauer noch vor, meist nach dem KPD-Verbot vom 17. August 1956, erneut zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Andererseits sollen aber auch die Parallelen zur heutigen Situation gezogen werden und darauf eingegangen werden, weshalb uns dieses Thema heute, bei einem Staat der seinen Überwachungs- und Repressionsapparat stetig ausbaut, beschäftigen sollte.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 13. - 24.11. im Foyer des Neuen Augusteum der Universität Leipzig.
Attac Leipzig

globale-leipzig.de

15.11.2017 - 15.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Philipp Eichhorn: „Wir haben einen Abgrund an Landesverrat im Lande.“ Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Kaum begann das „Gespenst des Kommunismus“ im 19. Jahrhundert in Europa seine Kreise zu ziehen, sah es sich einer „heiligen Hetzjagd“ gegenübergestellt, die bis zur heutigen Zeit anhält: dem Geist des Antikommunismus. Dieser Antikommunismus als Reaktion auf kommunistische/ sozialistische Ideen und Utopien, hat als politische Strategie im Laufe der Zeit seine handgreiflichen und medialen Ausdrucksformen gewandelt, seinen Kern – die Denunziation und Einschüchterung kommunistischer Versuche und ihrer Akteur*innen – aber konsequent beibehalten. Wie sich die ideologischen Hintergründe des Antikommunismus vor allem durch den Nährboden der Geschehnisse 1917 und ihre Folgen entwickelt haben, welche Projektionsfläche der Kommunismus bietet und welche anti-emanzipatorischen Ängste sich hinter seiner Ablehnung verbergen soll ebenso Inhalt dieser Veranstaltung sein wie die Frage, welchen Zweck der Antikommunismus in der BRD und in den Debatten der heutigen Zeit erfüllt.
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

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15.11.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
The Antifascists
+ Gespräch

Schweden/Griechenland 20117, OmeU, Dok, 74 min, Regie: Emil Ramos, Patrik Öberg


Ein schwedisch-griechischer Dokumentarfilm über den Rechtsruck in Europa und über die Menschen, die sich den Nazis in den Weg stellen.
'The Antifascists' behandelt die Entwicklung der Antifaszenen in Griechenland und Schweden in den letzten Jahren. Während sich Antifaschist_innen in Griechenland, mit dem Erstarken der Goldenen Morgenröte im Zuge der Wirtschaftskrise, mit einer extrem rechten Partei und dazugehöriger Bewegung in Allianz mit Teilen des Polizeiapparats konfrontiert sehen, haben in Schweden vor allem die Fälle der Aktivisten Joel und Showan internationale Aufmerksamkeit und Solidarität erlangt. Showan und einige Aktivist_innen wurden 2014 beim Woman’s Day in Malmö von Faschisten brutal zusammengeschlagen. Showan lag daraufhin mehrere Wochen im Koma. Joel sitzt seit Dezember 2013 im Knast, nachdem es im Zuge eines Nazi-Angriffs auf eine antirassistische Demonstration in einem Vorort von Stockholm zu Auseinandersetzungen kam.
Wer sind 'die' Antifaschist*innen und was ist Antifaschismus?
Der Film gibt einen Einblick in die verschiedenen antifaschistischen Kämpfe und setzt sich anhand der Portaits einiger Aktivist_innen mit radikal linker Politik und Fragen der Notwendigkeit und Reflektion von Militanz auseinander. Das Aufzeigen der Motivation und der Arbeit antifaschistischer Gruppen trägt dazu bei, gängige Vorstellungen vom 'Antifaschismus' zu hinterfragen.

Im Anschluss Gespräch mit Gästen
Cinémathèque Leipzig e.V.

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20.11.2017 - 20.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Hannes Gießler Furlan: Von der Oktoberrevolution zum Stalinismus – die ursprüngliche Akkumulation
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Die sogenannte ursprüngliche kapitalistische Akkumulation bestand wesentlich darin, dass die Produktionsmittel der Gesellschaft auf Seiten der Kapitalisten akkumuliert und die Kleinproduzenten (mehrheitlich Bauern) enteignet und proletarisiert wurden.
Der Sozialismus in der jungen Sowjetunion brauchte auch eine ursprüngliche Akkumulation. Denn Sozialismus setzt zweierlei voraus: Erstens, dass die Produktionsmittel nicht mehr in den Händen von Privatproduzenten sind, zweitens, dass die Produktionsmittel akkumulieren in dem Sinne, dass eine Industrie samt Landwirtschaftsindustrie heranwächst, mit der der Reichtum der Gesellschaft gemehrt werden kann. Die junge Sowjetunion aber war eine Agrargesellschaft, in welcher Abermillionen Bauern die Produktionsmittel besaßen. Sie mussten enteignet, die Landwirtschaft vergesellschaftet werden. Lenin stieß diese ursprüngliche Akkumulation des Sozialismus an, Stalin vollendete sie – zum Leidwesen von vielen Millionen Bauern. Zu den grauenhaftesten Mitteln dieser Reorganisation der Produktionsverhältnisse gehörten die Gulag-Lager.
Hannes Gießler wird den Hergang der ursprünglichen Akkumulation in der Sowjetunion dargestellen und folgende Fragen erörtern: Was hatte die ursprüngliche Akkumulation des Sozialismus mit der des Kapitals gemein und was unterscheidet beide? Warum lief die ursprüngliche Akkumulation in der Sowjetunion auf Verstaatlichung der Produktionsmittel und nicht auf Vergesellschaftung hinaus? Inwieweit war diese ursprüngliche Akkumulation die Urszene des Realsozialismus? Wie haben sich Engels, Marx, Kautsky u. a. Vordenker des Kommunismus die Landwirtschaft bzw. die landwirtschaftlichen Maßnahmen nach der Revolution vorgestellt?
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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

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21.11.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pelo Malo
+ Einführung

Venezuela/Argentinien/Peru/Deutschland 2016, OmU, Dok, 93 min, Regie: Mariana Rondón

Der neunjährige Junior wohnt mit seiner arbeitslosen Mutter Marta und dem kleinen Bruder in einer Sozialwohnung in Caracas, Venezuela. Nach dem Tod des Vaters hält die Familie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Um sich von seiner trostlosen Umgebung zu distanzieren, entwickelt der Junge einen Traum. Er tanzt und singt für sein Leben gerne und möchte ein berühmter Popstar werden. Um wenigstens auf dem kommenden Schulfoto wie seine großen Vorbilder auszusehen, will er seine krausen Haare glätten lassen. Seine Mutter ist schockiert und lehnt den Wunsch ihres Sohnes entschieden ab.
Die einzige, die Junior versteht, ist seine Großmutter Carmen. Sie teilt Juniors Leidenschaft fürs Tanzen und Singen und bestärkt ihn darin, seinem Traum zu folgen. Junior gerät daraufhin in eine schmerzvolle Zwickmühle: Er ist zwischen den strengen Erwartungen seiner Mutter und seinen eigenen Wünschen hin- und hergerissen.

'Pelo Malo' bedeutet im Spanischen so viel wie 'Schlechtes Haar'. In vielen Kulturen werden glatte Haare als das Schönheitsideal angesehen, wobei das obsessive Glätten von Locken oft Frauensache ist.
In ihrem Soziodrama thematisiert die Regisseurin Mariana Rondón ('El chico que miente') das komplexe Problemfeld zwischen Geschlecht, Klasse und ethnischer Zugehörigkeit. 'Pela Malo' zeigt, wie eine Gesellschaft von der Angst vor dem Anderssein bestimmt werden kann.

Mit einer Einführung von Daniel S. León, Politikwissenschaftler und seit 2013 Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig / Graduate School of Global and Area Studies mit Forschungsschwerpunkt Politische Ökonomie der Gewalt in Venezuela.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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22.11.2017
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
El Mar La Mar
+ Gespräch

USA 2017, OmeU, Dok, 94 min, Regie: Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki

Gnadenlos brennt die Sonne auf alle nieder, die die Sonora-Wüste zwischen Mexiko und den USA durchqueren. Neben den wenigen Menschen, die hier leben, sind es offizielle und selbsternannte Grenzschützer*innen und die ärmsten der undokumentierten Einwanderinnen und Einwanderer, denen kein anderer als dieser lebensgefährliche Weg bleibt. Der Horizont scheint in unendlicher Weite, tödliche Gefahren lauern überall. Am besten bewegt es sich im Dunkel der Nacht; tagsüber lassen Hitze und Sonneneinstrahlung Tiere und Menschen verenden. Ihre Spuren und Hinterlassenschaften lagern sich ab, verblassen, verwittern und schreiben sich in die Topografie der Landschaft ein; so ist das Abwesende anwesend in ständiger Gleichzeitigkeit von Leben und Tod, Schönheit und Grauen, feindlichem Licht und sternfunkelnder, verheißungsvoller Nacht.
"El mar la mar" verwebt 16-mm-Aufnahmen von Natur- und Wetterphänomenen, Tieren, Menschen und ihren Fährten mit einer vielstimmigen Tonspur zu einer kinematografischen Erkundung des Lebensraums Wüste, zum vielschichtigen Panorama eines hochgradig politisierten Landstrichs.

Im Anschluss Diskussion mit Hauke Lorenz, Ethnologe, Videojournalist und Regisseur. Er beschäftigt sich u.a. mit den Themen Flucht und Migration, Entwicklung und Lateinamerika und engagiert sich in der Mexiko- und Zentralamerika Koordinationsgruppe von Amnesty International.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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23.11.2017 - 23.11.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
IfZ
An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig
Rote Couch: Was bleibt? Oktoberevolution – Kritik – Politische Praxis?
„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Zum Abschluss unserer Reihe zu 100 Jahren Russische Revolution möchten wir in einer Podiumsdiskussion fragen: Was ist ihre Aktualität, was bedeutet das fundamentale Scheitern einer emanzipatorischen Umwälzung der Produktionsverhältnisse für diejenigen politischen Bewegungen, die sich mit dem Elend der kapitalistischen Produktionsverhältnisse bis heute nicht abfinden wollen? Ist Revolution überhaupt noch ein anzustrebendes Ziel, wer soll die machen, und wo soll es dann überhaupt hingehen? Welche Lehren muss eine revolutionäre Bewegung unbedingt aus der Vergangenheit ziehen, damit eine Verkehrung und damit auch Diskreditierung ihrer Ideen, die eigentlich einmal auf die Befreiung der Menschen von den Zwängen des Kapitals und der demokratischen Verfügung über das von ihm hervorgebrachte Potential zielten, nie wieder geschieht? Dafür möchten wir Leipziger und andere Gruppen einladen die sich mit diesen Fragen heute beschäftigen und mit ihnen diskutieren.

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Zur Veranstaltungsreihe:

Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.
Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

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04.12.2017 - 04.12.2017
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Eisenbahnstr. 125
Gesprächsangebot von Out of Action

Out of Action
ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert. Wir bieten emotionale erste Hilfe für betroffene Einzelpersonen und Gruppen an und unterstützen einen solidarischen Umgang miteinander auch durch Informationsveranstaltungen.
Am ersten Montag jeden Monats bieten wir ein Gesprächsangebot in der Eisenbahnstraße 125 an. Andere Termine für Gespräche können (verschüsselt) per Mail vereinbart werden.

Für ein solidarisches Miteinander!
Out of Action (Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert.)
Out of Action
(Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert.)

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outofaction-
leipzig(
at)nadir.org

08.01.2018 - 08.01.2018
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Eisenbahnstr. 125
Gesprächsangebot von Out of Action

Out of Action
ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert. Wir bieten emotionale erste Hilfe für betroffene Einzelpersonen und Gruppen an und unterstützen einen solidarischen Umgang miteinander auch durch Informationsveranstaltungen.
Am ersten Montag jeden Monats bieten wir ein Gesprächsangebot in der Eisenbahnstraße 125 an. Andere Termine für Gespräche können (verschüsselt) per Mail vereinbart werden.

Für ein solidarisches Miteinander!
Out of Action (Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert.)

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18.10.2017

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