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: juni : Di 01.06.10 ~ 21:00 UhrShortbus New York. Jamie und James sind ein schwules Paar, in deßen Beziehung es kriselt; Sofia ist eine Paartherapeutin, die trotz akrobatischem Sex mit ihrem Mann Rob noch nie einen Orgasmus hatte; die junge Domina Severin leidet unter ihrer Unfähigkeit, eine tiefergehende persönliche Beziehung aufzubauen. Sie alle begegnen einander irgendwann, kommen einander näher: Zunächst die beiden Schwulen und die Therapeutin in einer grotesk endenden Therapiesitzung, zuletzt alle in einem Club namens Shortbus in Brooklyn: einen Treffpunkt, eine Kombination von Variete und Swinger-Club für fröhlichen Gruppensex, der den ungebrochen liberalen, ja libertär-anarchistischen Zeitgeist im New Yorker Underground nach dem 11. September spiegelt. R.: John Cameron Mitchell / 102 min / USA 2001 Di 08.06.10 ~ 21:00 Uhr Die Armutsindustrie Die WDR-Dokumentation erzählt, wie sich das Geschäft mit der Armut schleichend entwickelt. Die Zahl der Arbeitßuchenden ist einfach zu groß, und so verläßt sich der Staat immer mehr auf private Unternehmer, die Kurse anbieten, Praktika organisieren - für die aber auch jeder „Kunde“, der wieder in Arbeit kommt, betriebswirtschaftlich gesehen ein Rückfall ist. Was hilft das alles etlichen Arbeitslosen, die nach einem festen Einkommen suchen, aber doch nur im Rahmen von Beschäftigungsmaßnahmen ausgebeutet werden? Wie ist es ethisch zu rechtfertigen, ein ganzes Heer von Arbeitslosen mit offensiv sinnentleerten Tätigkeiten in Bewegung zu halten? Im Dunstkreis von Hartz IV entsteht: die Armutsindustrie. Anschließend werden Kurzfilme und Fernsehaußchnitte gezeigt, die die Thematik tiefer ergründen. R.: Eva Müller / 30 min / D 2009 Di 15.06.10 ~ 21:00 Uhr Die mit der Liebe spielen (L'avventura) Eine kleine Gruppe aus Angehörigen der italienischen Oberschicht begibt sich auf einen Bootsausflug zu der kleinen äolischen Insel Lisca Bianca. Unter ihnen befindet sich der junge Architekt Sandro, seine Freundin Anna und deren Freundin Claudia. Nach einem Streit mit Sandro verschwindet Anna plötzlich, und die Gruppe begibt sich auf die Suche nach ihr, ohne sie jedoch zu finden. Die Suche nach Anna macht die äußere Handlung des Films aus aber tatsächlich geht es Sandro und Claudia längst um etwas anderes... Antonioni erzählt in diesem Film von der die Gesellschaft durchziehenden Einsamkeit der Menschen, der (Un)möglichkeit der Liebe und der Angst vor dem Vergeßen- und Ersetztwerden. Dabei kommt er ohne die üblichen Kitschelemente aus, wodurch die Beziehungen der Protagonistinnen schmerzhaft anzusehen sind. Die ungewöhnliche Bildsprache und Erzähldramaturgie machen den Film zu einem ästhetischen Genuß und nach der Auffaßung vieler Kritikerinnen auch zu einem der besten Werke der Fimgeschichte. R.: Michelangelo Antonioni / 144 min / I 1960 Di 22.06.10 ~ 21:00 Uhr Band of Brothers - Wir waren wie Brüder Teil 3: "Carentan - Brennpunkt Normandie" ("Carentan") „Band of Brothers“ schildert die Geschichte einer Fallschirmjägereinheit, die während des zweiten Weltkrieges kämpfte. Die Serie beginnt mit der Grundausbildung der Easy Company in den USA und schildert u. a. die Landung in der Normandie am D-Day, die Schlacht in den Ardennen, die Entdeckung eines Konzentrationslagers und endet schließlich mit der Besetzung von Hitlers Hauptquartier in Berchtesgaden und dem Einmarsch im österreichischen Zell am See. Historische Authentizität erlangt die Serie dadurch, daß es alle dargestellten Personen wirklich gab, von denen einige in kurzen Interviewszenen über ihre Erlebniße während des Krieges berichten. Diese Episode fokußiert sich auf den Soldaten Albert Blithe, deßen ängste seine Aktionsfähigkeit zu hemmen scheinen. Die Easy Company nimmt die strategisch wichtige Stadt Carentan ein, wobei jedoch viele Soldaten ihr Leben geben mußten. Am Ende der Episode wird Blithe von einem deutschen Scharfschützen getroffen. R.: Richard Loncraine; John Orloff / 72 min / USA, UK 2001 Di 29.06.10 ~ 21:00 Uhr The Port of Last Resort - Zuflucht in Shanghai Zuflucht in Shanghai läßt die ehemalige Welt der ca. 20.000 Juden wiedererstehen, die zwischen 1938-41 nach Shanghai flüchteten, als letzte und einzige Zufluchtsmöglichkeit vor den Nazis. Shanghai war damals ein Freihafen und für die Einreise benötigte man weder ein Visum noch einen Paß. Der Film zeigt die kontrastreiche Welt des Shanghai der 1930er und 1940er Jahre, und wie eine Gruppe von mittellosen Flüchtlingen in dieser Metropole neben Glückßpiel, Verbrechen, Prostitution, Armut, Reichtum und mit der chinesischen Bevölkerung lebte und überlebte. Der Film gibt mit Hilfe der Zeitzeugen und ihrer Hinterlaßenschaften Eindrücke von der Ankunft, dem Leben im ungeteilten Shanghai, vom überleben im Getto seit der japanischen Besetzung und der Befreiung durch die Amerikaner. R.: J. Roßman / 79 min / USA,AT 1998 |
: juni : Vortragsreihe: "Frei sollten wir sein..." - Vom Überleben in der neoliberalen KriseVom Hofkünstler zum Kreativen. KünstlerInnen als Vorbilder für neue ArbeitsstrukturenVortrag von Heidi Stecker(Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig)Mi 30.06.10 ~ 19:30 UhrKünstlerInnen vereinen mehrere Berufsfelder in einer Person: Sie sind IdeengeberIn, ProduzentIn und VerkäuferIn bzw. MarketingexpertIn. Meist können sie nicht vom Verkauf ihrer Kunstwerke leben, sondern sind auf Stipendien von Stiftungen und andere Förderungen angewiesen. Der Erhalt einer Förderung ist oft an die Bedingung geknüpft, einen Nutzen für die Allgemeinheit zu erbringen: Die künstlerische Arbeit muss einen Bildungscharakter tragen oder sich so genannter sozialer Randgruppen annehmen. Doch schnell gerät die Grenzwanderung zur -überschreitung: KünstlerInnen gelten gern als VorreiterInnen neuer Arbeitsmodelle, in denen als Eigenschaften für ArbeitnehmerInnen mehr Selbstverantwortlichkeit, Flexibilität, Innovation und Risikobereitschaft in der neuen Arbeitswelt erwünscht sind. Sie erhalten eine Vorbildfunktion für neue, prekäre Arbeitsstrukturen. Welche Folgen haben solche Prozesse für die Kunst? Sind KünstlerInnen nicht billige Lückenbüßer verfehlter sozialer Politik? Wie reflektieren sie diese Situation? |