Antifademo vom Connewitzer Kreuz nach Markkleeberg

Right here, right now:
Den Nazis entgegentreten

Beginn: Sonntag, 29. April 2007, 13 Uhr, Connewitzer Kreuz. Ab 16 Uhr Kundgebung in Markkleeberg (Rathaus/Stadtverwaltung)

Aufrufende Gruppen: Antifaschistische Jugendfront Leipzig (AJL), Antifa Markkleeberg, Tomorrow, Leipziger Antifa (LeA)

Aufruf

Warum diese Demo?

Angesichts der Nazihegemonie in vielen Regionen Sachsens scheint Leipzig für die Eine oder den Anderen eine Insel zu sein, auf der es solche Probleme nicht gibt. Doch die Aufmärsche in Leipzig-Gohlis im Dezember mit ca. 70 und am 16. März in Schkeuditz mit ca. 200 Teilnehmenden, sowie nahezu wöchentlich vorkommende, gewalttätige Übergriffe seitens der Nazis zeigen ein anderes Bild.

Beispielhaft für die Angriffe sei hier nur die Auseinandersetzung vor dem Kino “Cineding” genannt: Am 29. Januar veranstaltete eine Bürgerinitiative in diesem Kino eine Infoveranstaltung zur Nazisituation im Leipziger Stadtteil Lindenau. Als sich etwa 15 Nazis, die den “Freien Kräften Leipzig” zuzuordnen sind, vor dem Kino postierten, kam es zu Handgreiflichkeiten mit eintreffenden Antifas.

Obwohl die Nazis infolgedessen die Flucht antreten mussten, macht diese Entwicklung doch deutlich, dass rechtsradikale Strukturen wie die “Freien Kräfte Leipzig” aber auch rechte Hooligans aus dem Dunstkreis des Bezirksligavereins Lok Leipzig auf dem Vormarsch sind und zunehmend offensiver auftreten.

Besonders deutlich wurde das am 15. April. Der NPD-Kreisverband veranstaltete in der Kneipe “Lokomotion” in der Arno-Nitzsche-Straße (Connewitz) eine Saalveranstaltung mit Filmvorführung über Rudolf Hess. Etwa 40 Personen erschienen, größtenteils aus dem Leipziger NPD-Umfeld, aber auch aus Chemnitz sowie einige LOK-Hooligans, die den Treffpunkt betreuten und in der Umgebung herumcheckten. Aufgrund antifaschistischer Intervention musste die Veranstaltung vorzeit beendet werden. Abends versuchten erneut etwa 40 Nazis von Lößnig aus, mit Knüppeln bewaffnet, nach Connewitz zu marschieren.

Eine steigende Sensibilisierung für dieses Problem ist wieder dringend notwendig, darf jedoch nicht an der Stadtgrenze Leipzigs aufhören. Denn bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Naziszene und ihre Strukturen in Leipzig mit denen des Leipziger Umlands eng verknüpft sind.

Da wären unter anderem der Altenburger Thomas Gerlach, seineszeichens Organisationsleiter des “Kampfbundes Deutscher Sozialisten”, der zusammen mit dem Delitzscher Kameradschaftschef Maik Scheffler die Aufmärsche in Schkeuditz und Gohlis organisierte. Mit ihm in enger Verbindung stehen auch eben jene “Freien Kräfte Leipzig”, die ihren Aktionsradius auch auf das Leipziger Umland ausgeweitet haben, und unter anderem an einer Lesung zum Thema “Rechtsextremismus” in Großpösna teilnahmen.

Für das richtige Outfit sorgt schließlich der in der Kolonnadenstraße ansässige Klamottenladen “Untergrund”, der unter anderem Kleidung der Labels “Thor Steinar” und “Walhall” im Angebot hat. Der Gründer (und Lebensgefährte der jetzigen Betreiberin) des “Untergrund”, Daniel Benetka, hat dazu offenbar auch gute Kontakte zum Wurzener Thomas Persdorf, der mit seinem Naziversand “Front Records” bundesweit aktiv ist.

Neben diesen, in Leipzig agierenden Strukturen, macht auch der geschichtsrevisionistische Verein “Gedächtnisstätte” mit seiner Gedenkstätte für die deutschen “Opfer” des Zweiten Weltkriegs in Borna auf sich aufmerksam. Über Verbindungen des Vereins zu gewaltbereiten Nazis besteht seit dem Angriff auf antifaschistische GegendemonstrantInnen bei der Ausstellungseröffnung Ende März, kein Zweifel mehr.

Doch auch in Markkleeberg treten Nazis aus dem Umfeld des ehemaligen “Jugendsturms” vermehrt und aggressiv auf. Sowohl Propagandamaterial wie Aufkleber in großer Zahl, als auch Hetzjagden und tätliche Angriffe auf linke Jugendliche, sind keine Seltenheit mehr. Anscheinend erhalten die Markkleeberger Kameraden dabei auch schon mal tatkräftige Unterstützung aus dem südlichen Leipziger Umland.

Im Vorfeld des ersten Mai in Erfurt, machen wir deutlich, dass sich unsere praktische und theoretische Auseinandersetzung mit Nazis und ihren Strukturen nicht auf Leipzig beschränkt.

Mehr Informationen (externe Links)

•   Leipziger 1. Mai-Mobi-Website

•   GAMMA - Antifa-Newsflyer für Leipzig

•   weitere aktuelle Antifa-Termine

Noch Fragen?

•   mailt uns: may1st at no-log org – keine Klarnamen!